Vom Weitspringer zum RVL

Wenn es um die Sportart Weitspringen geht, darf einer auf der Liste der besten Deutschen Sportler in dieser Disziplin nicht fehlen: Christian Reif. Der ehemalige deutsche Weitspringer hat eine glänzende Sportkarriere hingelegt. Zu den Höhepunkten zählen der Titel des Europameisters 2010, die Teilnahme an diversesten Weltmeisterschaften und die olympischen Spiele in London 2012. 2014 hat der heute 33-Jährige eine zweite Karriere und damit einen neuen Lebensabschnitt begonnen: Bei ALDI SÜD arbeitet er als Regionalverkaufsleiter. Das SWR Fernsehen hat ihn im Rahmen einer Reportage begleitet. Film ab:

Wir waren bei dem Dreh dabei und haben im Gespräch mehr über den Spitzensportler erfahren.

Herr Reif, wie schafft man es zu den besten deutschen Sportlern im Weitspringen zu werden?

 

Ich habe mit sieben Jahren mit der Leichtathletik angefangen. Ganz klassisch gehörten hier vier Disziplinen dazu. Springen, sprinten, werfen und laufen. Ich habe ziemlich schnell gemerkt, dass werfen nicht zu meinen größten Stärken zählt – dafür konnte ich gut springen. Darauf habe ich dann im Laufe der Zeit meinen Schwerpunkt gesetzt und wurde immer besser.

Das war 1991.

Richtig, danach folgten lange Jahre hartes und intensives Training. Meine internationale Sportkarriere nahm 2007 an Fahrt auf, als ich bei den Deutschen Meisterschaften in Erfurt meinen ersten Acht-Meter-Sprung erreichte und mir damit die Eintrittskarte für die Weltmeisterschaften in Osaka in Japan sicherte.

Die Liste der Länder, die Sie während Ihrer Karriere bereist haben, ist beeindruckend lang: Japan, China, Polen, Südkorea, Russland, Schweden, Spanien. Was hat Sie davon am meisten geprägt?

Für mich war es jedes Mal aufs Neue ein tolles Gefühl, auf so viele verschiedene Menschen und damit verbunden Kulturen und Traditionen zu treffen. Das Schöne am Sport ist ja, dass es Menschen unterschiedlichster Nationen miteinander verbindet und vereint. Dieses Team-Gefühl hat mich bis heute stark geprägt und wirkt sich sicherlich auch auf meine jetzige Arbeit aus.

Sie haben 2014 Ihre Sport-Karriere überraschend beendet. Ausgerechnet in dem Jahr, in dem Sie Ihren bislang besten Sprung hingelegt haben. Warum?

Tatsächlich kam für viele diese Entscheidung überraschend. Ich hatte diesen Entschluss jedoch schon länger für mich gefasst. Meine engsten Vertrauten, Freunde und Familie wussten darüber Bescheid. Vielleicht hat mir dieser innere Entschluss die Ruhe und Kraft aber auch die Gelassenheit gegeben, zum Abschluss den besten Sprung meiner Karriere hinzulegen und sogar zu dem Zeitpunkt Weltjahresbester zu werden.

Wo Erfolge sind, gehören jedoch leider auch Verletzungen und Rückschläge dazu. Für mich war daher schon früh klar, dass es irgendwann auch ein Leben nach dem Sport als Beruf geben muss. Ich habe nebenbei Sportwissenschaften und Gesundheits- und Fitnessmanagement sowie Sportmanagement studiert.

Wie wird man vom Spitzensportler zum Regionalverkaufsleiter bei ALDI SÜD? War das geplant?

Nein, ich hatte eigentlich gar nicht geplant, in den Lebensmitteleinzelhandel einzusteigen. Ich habe von ALDI SÜD jedoch ein verlockendes Angebot erhalten, nach den ersten Gesprächen dann ein Kompaktpraktikum gemacht und sehr schnell festgestellt: Dieser Job gefällt mir sehr gut und passt zu mir.

Inwiefern?

Ich habe von Anfang an die Möglichkeit bekommen, in die Führungsebene einzusteigen. Zunächst habe ich als Trainee angefangen und wurde sehr intensiv von meinen Mentoren betreut, die mich mit allen relevanten Aufgabenbereichen vertraut gemacht haben. Nach zehn Monaten habe ich dann meine ersten Filialen übernommen.

Mittlerweile haben Sie fünf eigene ALDI SÜD Filialen mit über 100 Mitarbeitern. Gibt es Momente im Job, wo Sie zurück an die Sportkarriere denken?

Ja, die gibt es in der Tat sehr oft. Einfach gesagt bin ich vom Sportler zum Trainer geworden. Die Tätigkeiten eines RVLs ähneln in vielen Bereichen denen eines Trainers. Disziplin, das Team-Gefühl, Geduld, Ehrgeiz und Ausdauer sind Eigenschaften, die ich durch den Sport erlangt habe und die mir jetzt im Job eine große Hilfe sind.

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