Auf dem Weg zu weniger Plastik: ALDI packt aus

Ein kleines Seepferdchen schwimmt durch den Ozean vor Indonesien, mit seinem Schwänzchen hält es ein Wattestäbchen umklammert. Dieses Bild von Justin Hoffmann, Finalist im Naturfotografie-Award „Wildlife Photographer of the Year 2017“,  ging vor einiger Zeit um die Welt. Es steht symbolisch für ein großes Problem unserer Zeit: Plastik in unseren Meeren. Um etwas dagegen zu tun und der Verschmutzung entgegenzuwirken, sind wir alle gefragt. Wir bei ALDI möchten mit gutem Beispiel voran gehen. Wir übernehmen Verantwortung für unsere Umwelt und schonen die Ressourcen, die sie uns zur Verfügung stellt.

Die ALDI Verpackungsmission: Vermeiden. Wiederverwenden. Recyceln.

Um dem Ausdruck zu verleihen, haben ALDI Nord und ALDI SÜD jetzt eine gemeinsame Offensive gegen Verpackungsabfall gestartet. Unsere Verpackungsstrategie enthält konkrete Ziele und Maßnahmen.

Wir haben uns vorgenommen:

  • bis 2025 den Materialeinsatz der Eigenmarken-Verpackungen um 30 Prozent zu reduzieren
  • bis 2022 bei allen Eigenmarken-Verpackungen eine Recyclingfähigkeit zu erreichen
  • die Verpackungsmenge bei Obst und Gemüse größtmöglich zu reduzieren
  • und zugleich das Angebot an unverpacktem Obst und Gemüse stetig zu erweitern

Auch die EU-Kommission kümmert sich um die Frage, wie wir in Europa den Verpackungsmüll reduzieren können und hat vor kurzem erst ihre „Plastikstrategie“ vorgestellt. Wir möchten die Pläne der EU-Kommission unterstützen und fördern mit der Zielsetzung, dass 100 Prozent unserer Verpackungen bis 2022 recyclingfähig werden sollen, den wichtigen Ausbau der Kreislaufwirtschaft in Deutschland. Damit liegen wir sogar zeitlich noch deutlich vor den angestrebten Plänen der EU-Kommission.

Produkte neu einpacken oder ganz auspacken: Freiheit für Obst und Gemüse

In Deutschland gibt es 1890 ALDI SÜD Filialen. In jeder davon bieten wir rund 1500 Basisartikel an, hinzu kommen pro Woche 90 Aktionsartikel. Bei so vielen Produkten macht es viel aus, wenn an einer Stelle die Verpackung reduziert oder sogar ganz weggelassen werden kann. Wir prüfen daher bei jedem einzelnen Produkt, wie viel Verpackung wir dafür tatsächlich brauchen. Die Gesamtmenge unserer Eigenmarken-Verkaufsverpackungen konnten wir in den letzten fünf Jahren schon um rund zehn Prozent verringern. Ganz auf Verpackungen verzichten können wir nicht überall: Die Verpackung schützt die Produkte beim Transport, zum Beispiel vor Druckstellen, sie verlängert die Haltbarkeit oder erleichtert die Handhabung.

Besonders schauen wir auf unser Obst und Gemüse: Die in Folie eingeschweißte Bio-Gurke steht symbolisch für die Frage nach der Notwendigkeit von Verpackungen. Um hier eine Alternative zu finden, testen wir das so genannte Natural Branding. Mit einem Laserverfahren wird dabei auf der Schale der Bio-Gurke und Bio-Avocado eine Kennzeichnung aufgebracht, sodass für unsere Kunden klar ist, dass es sich um ein Produkt in Bio-Qualität handelt. In einigen Filialen testen wir gerade Graspapier- und Zuckerrohrschalen für unsere Bio-Tomaten als Verpackungsalternativen. Nicht nur die Gurke wird aus der Folie genommen. Auch unsere Bio-Fairtrade-Bananen werden ab Ende des Jahres nicht mehr in Plastikfolie verpackt, sondern tragen zukünftig nur noch eine dünne Banderole. Wir prüfen aktuell auch einen Test von Mehrwegnetzen, die den Knotenbeutel am Obst- und Gemüseregal ersetzen könnten.

Auf dem Weg zu mehr Mehrweg: ALDI Plastiktüte adé

Obst und Gemüse transportieren wir bereits nicht mehr in Kartons, sondern möglichst in Mehrwegkisten. Allein 2017 haben wir mehr als 60 Millionen Pappkartons eingespart und damit mehr als 24.000 Tonnen Treibhausgas-Emissionen vermieden.  Wir haben natürlich auch überlegt, wo wir komplett auf Einweg-Kunststoff verzichten können. Deshalb geht die klassische ALDI Einweg-Plastiktüte 2019 endgültig in die Geschichte ein. Mit ihr verabschiedet sich auch die Einweg-Papiertüte – denn auch die Produktion von Tragetaschen aus Papier ist in Sachen Nachhaltigkeit nicht viel umweltverträglicher. Der ALDI SÜD Wocheneinkauf wird künftig nur noch in wiederverwendbaren Mehrwegtaschen nach Hause getragen.

Einwegartikel austauschen: Auf Plastik verzichten

Wir verzichten nach Möglichkeit auf Einweg-Plastik und bieten ökologischere Alternativen an. Wir wissen: Noch sind wir nicht am Ziel und der Weg dorthin ist noch lang. Auch bei ALDI SÜD gibt es noch Einweg-Artikel zu kaufen. Wir  haben uns unsere Filialen genau angesehen und überlegt, was wir im Alltag tun können, um weniger Müll zu produzieren und gesehen.

So setzen wir auch auf die Symbolkraft des Wattestäbchens – allerdings im positiven Sinne. Denn ab Ende 2018 verzichten wir komplett auf Wattestäbchen mit Plastikschaft und werden in unseren Filialen sukzessive ausschließlich die umweltverträgliche Papiervariante anbieten. Indem wir das kleine Plastikröhrchen zukünftig weglassen, können wir jedes Jahr mehr als 400 Tonnen Plastik einsparen. Auch Kunststoff-Strohhalme, -Party-Geschirr oder Einwegbecher werden bald aus unseren Regalen verschwinden oder durch umweltfreundlichere Alternativen ersetzt. Die Auslistung der Kunststoff-Einwegprodukte ist eine kleine Stellschraube von vielen, die zusammen ein großes Rad drehen.

Materialien wiederverwerten: Rezyklatanteil erhöhen

Da, wo wir weiter Verpackungen brauchen, achten wir auf deren Recyclingfähigkeit und den Rezyklateinsatz – also wie groß der Anteil an wiederverwertetem Kunststoff an der Verpackung ist. Viele unserer Eco-Label WPR-Produkte – das sind Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel – verkaufen wir bereits in Behältern, die zu 100 Prozent aus recyceltem Kunststoff bestehen.

Verpackungsreduktion steht weiterhin ganz oben in unserem Hausaufgabenheft. Viele kleine Teilaufgaben haben wir schon erfüllt, bei anderen suchen wir noch die beste Lösung. Das Seepferdchen hat uns die richtige Richtung gewiesen und wir möchten, dass es zukünftig wieder mit Seegras statt mit Plastikstäbchen durch den Ozean schwimmt. Jede kleine Veränderung kann etwas bewirken und ist nicht nur gut für die kleinen Seepferdchen, sondern für unsere gesamte Umwelt.

Weitere Informationen zu unserem Engagement gegen Verpackungsabfall findet ihr hier: verpackungsmission.aldi.de.

Kommentare

Tolle Aktion, ich seid bestimmt auf dem richtigen Weg. Auch wenn es Jahrzehnte dauert, bis Erfolge sichtbar sind. Wir machen mit. Ich möchte diese Schuld (damit meine ich uns alle) nicht auf meinen Schultern tragen müssen. Macht weiter so.

Summa, Karoline
    Berit Hullmann

    Guten Tag Frau Summa,
    über Ihr Engagement freuen wir uns sehr! Wir glauben, dass wir damit auf dem richtigen Weg sind!

    Viele Grüße

    Berit Hullmann

Hört sich immer alles gut an… aber, wo entsorge ich bitte meine Umverpackung der Fairtrade-Bananen (als Beispiel) bis Ende des Jahres in einer Aldi-Verkaufsstelle? In einer Abfalltonne, wo Papier und Pappe draufsteht? Das war heute nämlich die Aussage einer Aldi-Mitarbeiterin… Das kann ja auch nicht Sinn der Sache sein, oder?!

Tanja
    Berit Hullmann

    Guten Tag,
    da wir alle unsere Verkaufsverpackungen über den Grünen Punkt lizensieren und damit deren Entsorgung finanzieren, sind wir zur Rücknahme von Verkaufsverpackungen nicht verpflichtet. Darüber hinaus ist das Aufstellen von Gelbe Tonnen bei ALDI SÜD rechtlich gesehen gar nicht erlaubt. Der Grund: In der Verpackungsverordnung ist klar geregelt, wo Gelbe Tonnen aufgestellt werden dürfen. Unsere Filialen zählen nicht zu den dort definierten „vergleichbaren Anfallstellen“.

    Viele Grüße

    Berit Hullmann

es ist richtig ärgerlich, wenn BioProdukte in Plastik verpackt sind. BIO Müsli kann sehr gut in Papier anstatt Plastik verpackt sein… Zitronen und lose Birnen aus Südamerika sind wenig überzeugend… während das Obst aus der Region in Plastik verpackt angeboten wird. Kaufe ich nicht.

Neuhaus, Klaus

Aus welchem Grund wird jedes einzelne Kleidungsstück welches bei Aldi verkauft wird in eine einzelne Plastikverpackung gepackt? Ganz abgesehen von der ganzen Pappe die noch dabei gesteckt ist.
Überhaupt wird fast jede Aktionsware mit einer Plastikverpackung versehen. Weshalb?
Ich halte das für absolut unnötig.

Wiebke Brinke

Bei meinem Sous Vide Stick ist die Kunststoffabdeckung zerbrochen. An der Hotline wurde erklärt, dass dies kein Garantiefall sei und ein Ersatzteil nicht zugesandt werden könne. So kann ich jetzt den Stick wegen des Defekts an einem 10 Cent Ersatzteil in den Müll werfen.
Umweltschutz – Müllvermeidung: alles nur leeres Geschwätz!

Claudio Bauer
    Berit Hullmann

    Guten Tag Claudio,
    die Reklamationsabwicklung tut uns sehr leid und natürlich ist das nicht in unserem Sinne. Bitte wende dich mit dem Vorgang einmal an unseren Kundenservice, damit unsere Kollegen dir weiterhelfen können.

    Viele Grüße

    Berit Hullmann

Es wird immer über die Bio Gurke geredet, bei der versucht wird die Verpackung einzusparen und andere Möglichkeiten finden möchte, damit erkennbar ist, dass es sich um ein Bioprodukt handelt. Warum wird denn die normale Salatgurke in einer Plastikverpackung verkauft?? Dies ist eine Verpackung, die ohne Probleme ersatzlos gestrichen werden könnte. Den Sinn muss mir mal jemand erklären.

Jutta Reißfelder

Rewe bietet bereits wiederverwendbare Netzsäckchen für loses Obst und Gemüse an. Wäre doch auch eine Alternative. Was man heute kann besorgen das verschiebe nicht auf morgen.

Kellner Michaela

Auf unnötiges Plastik verzichten? Da erstaunt es mich doch sehr, dass in einigen Filialen im Frischbackbereich neben den Zangen auch Einmalhandschuhe angeboten werden! Das macht mich echt wütend. Natürlich ist der Verbraucher Schuld, wenn dieser noch so gedankenlos ist, die Handschuhe zu verwenden. Aber auch Sie haben eine Verantwortung, oder? Ich finde es toll, dass Sie viele Obst und Gemüse mittlerweile auch lose anbieten. Also weg mit den Handschuhen!! Das steht Ihnen doch viel besser :))

Birgit Schoerke

Augenwischerei oder der Glaube an Fake News und populitische Schlagwörter

Im vergangenen Jahr wurde durch große Leitmedien mehrfach auf Expertenmeinung bzw. deren belegbare Fakten verwiesen, dass bspw. die Kunststofffolie um Gurken einen positiven Effekt auf den ökologischen Fußabdruck zeigt: Denn – und das mag man nicht direkt sehen und dennoch ist es so – die Produktion von Lebensmitteln ist bzgl. Wasser-, Engergie-, und CO2-Problematik wesentlich bedeutender als die wenigen Gramm Folie. Sie verlängert die Lebenszeit jedoch erheblich, bevor eine Gurke durch Verbraucher oder auch im Markt selbst aussortiert und weggeschmissen wird (teilweise auch muss) – auch schon lange bevor Sie den Markt erreichen. Das Lebensmittel unnötig weggeschmissen werden ist ein trauriger Fakt!
Eine dünne Folie gegen die wesentlich schlimmere Lebensmittelverschwendung einzusetzen ist ökologisch, ökonomisch und (sofern die Fakten bekannt sind) offensichtlich der richtige Weg!

Ihr solltet wesentlich mehr für die Aufklärung eurer Kunden tun als Greenwashing mit halbgaren Ideen zu betreiben. Jetzt habt ihr das Zepter in der Hand und könnt den Kurs bestimmen. Akzeptiert das Matt-Lacke und Papier-Optiken/Haptiken die Recyclingfähigkeit verschlechtern und dieser „Bio/No-Plastic-Look“ die Verpackung unnötig in der Nachhaltigkeit verschlechtern – den Kunden jedoch offensichtlich täuschen.

Eure Mission sollte von Anfang an durch Fakten und Aufklärung geprägt sein und auf einen populistischen Kurs ala „wir ersetzten Plastik- durch Papiertüten“ (Mitbewerber/ nachgewiesen ökologisch ineffizient) verzichten, um Nachhaltigkeit ernsthaft zu fördern – und nicht nur um diese als PR auszunutzen.

Ansonsten ist es sehr erfreulich, dass auch das Bindeglied in der Versorgungskette seine Verantwortung wahrnehmen möchte und gehört dementsprechend honoriert.

Marius

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