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Brotresten ein neues Leben schenken und damit die Lebensmittelbranche aufmischen – das ist das Ziel von Heldenbrot. Das jüngste Produkt des Start-ups aus Konstanz ist eine innovative Pasta, hergestellt aus übrig gebliebenem Brot. Ab 8. April ist die Heldenbrot Pasta als Aktionsartikel bei ALDI SÜD erhältlich. Wie Gründerin Janine Trappe zur Brotretterin wurde und wie lecker Brotpasta schmeckt, erzählt sie uns im Interview.

Heldenbrot Gründer Janine Trappe und Felix Pfeffer.

Hallo Janine, was bedeutet Brot für dich?

Brot ist das Grundnahrungsmittel schlechthin und ein vielseitiges und wandelbares Lebensmittel, das nie langweilig wird. Ob süß, herb oder mit Käse überbacken, es ist einfach ein großartiges Produkt.

Wir kamst du auf die Idee, altem Brot neues Leben einzuhauchen?

Ich bin quasi schon als Lebensmittelretterin aufgewachsen. Bei uns zu Hause war es normal, sorgsam mit Lebensmitteln umzugehen und sie nicht wegzuwerfen. Mein Opa hat zum Beispiel Brotreste in einem eigenen Behälter gesammelt und aus ihnen Semmelbrösel oder Knödelbrot gemacht. Hellhörig wurde ich, als ich erfahren habe, wieviel Brot und Brötchen jeden Tag in Bäckereien übrigbleiben. Teilweise müssen Bäckereien bis zu 20 Prozent ihrer Tagesproduktion ohne Weiterverarbeitung wegwerfen. Das ist jedes fünfte Brot! Für Felix Pfeffer, meinem Mitgründer, und mich, wurde es zur Herzensangelegenheit, diese wertvolle und leckere Ressource vor der Tonne zu bewahren.

Was waren die größten Hürden, die du als Gründerin meistern musstest?

Wo soll ich anfangen? Gründen ist kein leichtes Vorhaben. Die größte Hürde war definitiv der Quereinstieg in die Lebensmittelbranche. Felix ist Architekt und ich bin Juristin. Wir sind also richtige Neulinge im Geschäft. Von unserer Testküche hin zur professionellen Lebensmittelproduktion mit großen technischen Anlagen war es ein weiter Weg. Einiges hatten wir uns leichter vorgestellt, beispielsweise die Mengenskalierung. Es macht einen Riesenunterschied, ob du tausend oder zehntausend Kilogramm Teig herstellst. Das ist die Besonderheit im Lebensmittelbereich. Nichts kann simuliert werden, alles wird unter realen Bedingungen ausprobiert. Wir haben uns nie entmutigen lassen, und sind an den Herausforderungen gewachsen.

Woher kommen die geretteten Brote?

Die geretteten Brote stammen von sorgfältig ausgewählten Bäckereien. In den Anfängen von Heldenbrot haben wir selbst mit einem Kleinwagen Bäckereien abgeklappert. Heute beliefern uns unsere Bäckerpartner im Großraum Baden-Württemberg fast täglich. Dafür haben wir eigens eine Brotrettungsstation im Schwarzwald eingerichtet.

War es schwer, Bäckereien als Kooperationspartner zu gewinnen?

Nein, überhaupt nicht. Wir kaufen den Bäckereien das Brot als einwandfreie Ware ab, um etwas Neues und weiterhin Essbares daraus zu gewinnen. Womit wir auch das dahinterstehende Handwerk honorieren. Nicht verkauftes Brot endet sonst als Schweinefutter oder in der Biogasanlage. Wir machen daraus wieder Lebensmittel – und konnten bereits 150.000 Kilo Brot vor der Tonne retten!

Heldenbrot verarbeitet die Brotreste zu Snacks und Fertigmischungen für vegetarische Bratlinge, seit Neuestem auch zu Pasta. Nudeln bestehen aus Hartweizengrieß und Wasser, wie passt da altes Brot mit rein?

Die Heldenbrot-Pasta für die ALDI SÜD Aktion sind tatsächlich ganz klassische Nudeln – also vegane Nudeln ohne Ei. Das Geheimnis steckt in der Hauptzutat der herkömmlichen Nudel: Hartweizen. Brot besteht ebenfalls aus Weizen. Es steckt also eine wichtige Ressource in dem geretteten Brot, die wir wieder nutzbar machen. Wir zerkleinern und trocknen das alte Brot und machen Semmelbrösel daraus. Damit ersetzen wir einen Teil des Hartweizengrießes, der als Zutat für die Pasta so wichtig ist.

Welches Brot kommt in die Nudelteigmischung? Sind es unterschiedliche Brotsorten?

Wir verwenden hauptsächlich helles Weißbrot, Brötchen und Baguettes. Durch die Rindenanteile im Brot, haben unsere Nudeln ein rustikales Aussehen. Das tut dem Geschmack natürlich nichts ab.

Wie schmeckt die „Heldenbrot-Pasta“?

Geschmacklich kann sie sich neben den Klassikern behaupten. Die Pasta hat dank des Brotes eine angenehme Würze und ist in nur 5 Minuten gar.

Warum sollen Kunden eure Pasta sonst noch kaufen? 

Mit der Heldenbrot-Pasta haben wir ein innovatives Alltagsprodukt entwickelt, das nachhaltiger als die klassische Nudel ist. Wir setzen bei den Konsumgewohnheiten der Verbraucher:innen an, ohne dass sie ihr Verhalten anpassen müssen. Wer unsere Pasta kauft, rettet nicht nur Brot vor der Tonne, sondern tut auch etwas gegen die Wegwerfgesellschaft und für mehr Nachhaltigkeit. Das macht unsere Brotnudel zum Superhelden im Regal. Sie schafft Bewusstsein und rettet Lebensmittel.

Welche Rolle spielt dabei die Kooperation mit ALDI SÜD?

ALDI SÜD ist ein toller Partner, wir freuen uns sehr, eine so große Bühne im Regal zu bekommen und hoffen damit natürlich, flächendeckend bekannter zu werden. Zudem teilen wir dieselben Interessen: Wir wollen Lebensmittel retten, ressourcenschonend produzieren und Aufmerksamkeit schaffen. Mit ALDI SÜD verwandeln wir in dieser einen Aktion 25 Tonnen gerettetes Brot in leckere Pasta! Das bewirkt sehr viel.

Die Zusammenarbeit mit ALDI SÜD bedeutet den Schritt in den Massenmarkt. Welche Visionen verfolgt ihr damit und was erhofft ihr euch fürs Produkt?

Um das Brotsterben zu verhindern, zielen wir langfristig und perspektivisch auf den Massenmarkt ab. Wir möchten, dass Lebensmittelrettung Mainstream wird. Dafür müssen wir auch alltagstaugliche Produkte zu soliden Preisen entwickeln. Wir hoffen, dass es bald ganz normal sein wird, gerettete und wiederverarbeitete Lebensmittel zu konsumieren.

Zum Schluss: Wie isst du denn deine „Heldenbrot-Pasta“ am liebsten?

Ich bin der Tomatensoßen-Typ – also schlicht und einfach: Leckere Tomatensoße und ganz viel Parmesan über toller Heldenbrot-Pasta.

Mehr über das Start-up und die Produkte erfahrt ihr auf der Webseite von Heldenbrot.

2 Kommentare

Hallo Aldi Süd, Toll der Artikel zu HELDENBROT. Werde ich beim nächsten Kauf gleich mir besorgen. Als Vegetarierin bin ich SEHR zufrieden mit den Fleischersatzprodukten von Aldi Süd. Leider leider leider überhaupt nicht mit dem Produkt Vegane Bio Schnitzel auf Basis von Tofu und Weizeneiweiss. Diese Schnitzel sind "lätschig", matschig und auch fad im Geschmack. Das macht Edeka, Rewe und Penny bedeutend besser. Könnte Aldi Süd bitte leckere paniert Schnitzel ins Veggie Sortiment nehmen. Vielen Dank..... Ihre treue Kundin aus Salem Monika Sotmo@gmx.de 01.05.22
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    Hallo Monika, es ist zwar schade, dass dir unser Veggie Schnitzel nicht schmeckt, aber wir sind dir für das Feedback sehr dankbar und geben es an die entsprechende Stelle weiter. Liebe Grüße, dein ALDI SÜD Redaktionsteam
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