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Jährlich werden in Deutschland etwa 45 Millionen männliche Küken getötet – eine Praxis, die verständlicher Weise immer wieder in der Kritik steht. Die Küken sind die männlichen Geschwister der späteren Legehennen, die unsere Eier produzieren. Sie werden nicht aufgezogen, weil sie keine Eier legen und weniger Fleisch ansetzen. Sie benötigen zum Wachsen fast dreimal so lang wie Masthühner und sehr viel mehr Futter. Aufgezogen werden daher nur die weiblichen Küken, die zu Legehennen heranwachsen.

Wir bei ALDI möchten das Töten männlicher Küken bis Ende 2022 vollständig beenden. Für das Jahr 2021 setzen wir uns bereits das Ziel, 75 Prozent unserer Schaleneier „ohne Kükentöten“ anzubieten. So werden wir es schaffen, dass im Jahr 2021 bereits rund 310 Millionen Eier „Ohne Kükentöten“ in unseren Filialen erhältlich sind. Wir setzen dafür auf verschiedene wirkungsvolle Ansätze und konnten bereits wichtige Fortschritte auf unserer Mission erzielen: Seit Ende vergangenen Jahres findet ihr in den zwei Verkaufsregionen Kirchheim und Rheinberg die ersten Bio-Eier, für die keine männlichen Küken sterben mussten. Die Filialen in der Verkaufsregion Aichtal sind sogar noch einen Schritt weiter: Sie bieten seit Februar 2021 ausschließlich Frischschaleneier „ohne Kükentöten“ an. Die ALDI SÜD Region ist damit die erste, die ihr Angebot an Frischeiern aus Boden-, Freiland- und ökologischer Haltung komplett umgestellt hat. In den kommenden Monaten folgen weitere Regionen, die ihr Eiersortiment anpassen. Ab Mitte 2021 sollen in insgesamt 20 Verkaufsregionen, zu den rund 50 bis 70 Filialen zählen, Bio-Eier und Eier aus Freilandhaltung „ohne Kükentöten“ erhältlich sein.

Die ALDI SÜD Region Aichtal bietet seit Februar 2021 ausschließlich Frischschaleneier „ohne Kükentöten“ an und hat damit ihr Angebot an Frischeiern aus Boden-, Freiland- und ökologischer Haltung komplett umgestellt.

Aufzucht männlicher Küken

Bei der Bruderhahnaufzucht werden die männlichen Küken – die sogenannten Bruderhähne unserer Legehennen – mit aufgezogen. Genau wie die Hennen bekommen sie Strohballen als Beschäftigungsmaterial und gentechnikfreies Futter. So können sie ihre natürlichen Verhaltensweisen wie Picken und Scharren ausleben. Die Schnäbel der Brüderhähne sind wie die der Legehennen nicht gekürzt.

Technisches Verfahren gegen das Töten von Küken

Die Abschaffung des Kükentötens ist ein äußerst vielschichtiger Prozess. Darum möchten wir Euch dazu einen kleinen Überblick geben. Im Video erklärt Dr. Julia Adou, Director Corporate Responsibility bei ALDI SÜD, wie wir unser Vorhaben in die Tat umsetzen. Denn neben der Aufzucht männlicher Küken setzen wir zusätzlich auf technische Verfahren, um das Kükentöten schnellstmöglich zu beenden. Prof. Dr, Kleine, CEO von unserem Partner PLANTegg, gibt einen Einblick in seine Arbeit.

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https://www.youtube.com/watch?v=tfu2slNHbUU&feature=youtu.be

„Ohne Kükentöten“: Geschlechtsbestimmung im Ei

Mehrere Wissenschaftlerteams arbeiten seit längerem an neuen Methoden, die das Geschlecht eines Bruteis frühzeitig bestimmen. Bei uns kommt unter anderem das genanalytische PLANTegg-Verfahren zum Einsatz. Kurz erklärt: Das Brutei wird an einer winzigen Stelle mit einem Laser geöffnet. Mithilfe einer Pipette wird dann ein kleiner Tropfen Flüssigkeit aus dem Ei entnommen und untersucht. Anhand der DNA der Probe lässt sich innerhalb kurzer Zeit ermitteln, ob das Brutei weiblich oder männlich ist. Das Einstichloch ist so klein, dass es von allein wieder zuwächst. Eier, aus denen männliche Küken entstehen, lassen sich so schon in den ersten Bruttagen aussortieren. Sie werden dann nicht mehr ausgebrütet.

Da das Verfahren erst noch zur Serienreife weiterentwickelt werden muss, stellen wir die Eierproduktion sukzessive um. Wir möchten auch unseren Lieferanten ausreichend Zeit für die aufwendige Umstellung in der Produktion geben. In den vergangenen Monaten haben die Entwickler unter Hochdruck daran gearbeitet, die Technologie weiterzuentwickeln und in die Marktbreite zu bringen. Zeitnah werden wir die ersten Eier, bei deren Produktion das genanalytische Verfahren zum Einsatz kommt, in ausgewählten Filialen anbieten. Ihr erkennt sie an dem Logo „Ohne Kükentöten“.

Ohne Kükentöten: ALDI setzt auf das“PLANTegg Verfahren“, mit dessen Hilfe schon in den ersten Bruttagen das Geschlecht im Brut-Ei bestimmt wird.

 

Ab dem kommenden Jahr bezieht ALDI einen Teil seiner Bio-Eier aus der "Bruderhahn-Aufzucht".
ALDI bezieht einen Teil seiner Bio-Eier aus der „Bruderhahn-Aufzucht“.

Mit der Aufzucht der Bruderhähne und der Geschlechtsbestimmung im Brutei kommen wir unserem Ziel einen wesentlichen Schritt näher. Wir setzen uns aber auch dafür ein, dass das Kükentöten in ganz Deutschland ein Ende nimmt. Daher möchten wir unsere Lieferanten und die Forschung dazu ermutigen, weiter nach neuen Lösungen zu suchen und zukunftsweisende Technologien auf den Markt zu bringen.

Carolin Sunderhaus
Carolin Sunderhaus
Ich bin Teil des Presseteams und versorge Journalisten mit Informationen aus der vielfältigen ALDI SÜD Welt. Dabei beschäftige ich mich vor allem mit den Nachhaltigkeits- Themen. Das sind meine Lieblingsprodukte: der Rote Bete-Meerrettich-Aufstrich, der Super Fruit-Saft und das Premium-Knusper-Müsli – natürlich ohne Rosinen. Seitdem ich bei ALDI SÜD arbeite, lass ich mir so richtig viel Zeit beim Einkaufen.

4 Kommentare

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Was ich mich frage (ohne das Video gesehen zu haben), warum die Konkurrenz das bereits seit Jahren kann und Aldi bis 2022 braucht?
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    ALDI SUED
    Hallo Sebastian, seit 2018, als das Thema in der breiten Öffentlichkeit auftauchte, wird an Möglichkeiten gearbeitet, damit die Kükentötung reduziert bzw. abgeschafft werden kann. Wir haben das Thema von Beginn an verfolgt, jedoch hat die Entwicklung der Prozesse nun mal entsprechend lange gedauert. Jetzt benötigt es zusätzliche Zeit, bis die Prozesse auch flächendeckend eingesetzt werden können - auch wir wollen natürlich eine schnellstmögliche Umsetzung. Viele Grüße, Robin vom ALDI SÜD Redaktions Team
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Ich schließe mich der Meinung von Sabastian voll an, verstehe aber auch dass Sie als Aldimitarbeiterin keine ordentliche Antwort geben können (oder wollen)... Für mich ist die Aldiwerbung wieder mal nur Augenwischerei - Business as usual solange die Kunden mitmachen.
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Liebes Aldi Team, die Initiative ist schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Unterstützen Sie denn auch Projekte zur Bruderhahnaufzucht? Beziehungsweise planen Sie die Aufnahme von Produkten mit Fleisch von "Bruderhähnen" ?
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