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Nicht alle unsere Produkte können wir aus Deutschland beziehen. Vieles, das wir gern essen, stammt aus tropischen Gebieten und muss daher einen längeren Transportweg zurücklegen, bevor es auf unseren Tellern landet. Neben exotischen Früchten, wie Bananen oder Ananas, gehören dazu auch Garnelen. Indien und Costa Rica sind zwei Länder, aus denen wir unsere Garnelen beziehen. In den weit entfernten Ursprungsländern engagieren wir uns für mehr Nachhaltigkeit – sowohl bei der Produktion unserer Produkte als auch bei den Lebensbedingungen der lokalen Bevölkerung.

Projekt für nachhaltige Fischerei und Mangrovenschutz

Deshalb haben wir zusammen mit der Deutschen Investitions- und Entwicklungs-Gesellschaft (KfW-DEG) ein umfangreiches und auf vier Jahre angelegtes Projekt gefördert, das sich für nachhaltige Fischerei und den Mangrovenschutz einsetzt und gleichzeitig einkommensfördernde Maßnahmen für die lokale Bevölkerung erarbeitet. Hier lest ihr, was wir damit bisher erreichen konnten.

Projektteil 1: Mangrovenaufforstung

Mangrovenbäume sind echte Anpassungswunder. Sie wachsen in Salzwasser, unter starker Sonneneinstrahlung und im Wechsel der Gezeiten. Sie säumen tropische Küsten und bieten vielen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Funktionierende Mangroven-Ökosysteme bieten der lokalen Bevölkerung nicht nur eine Nahrungsgrundlage, sondern leisten auch einen wichtigen Beitrag zum Küstenschutz vor Hochwasser. Der Mangrovenschutz war ein wichtiger Teilbereich dieses ProjektsIn Costa Rica konnten wir über 30 Hektar Mangroven aufforsten. In Indien 40 Hektar. Dies soll langfristig auch die Lebensbedingungen der lokalen Fischer, Fischzüchter und Sammler verbessern. Auch Umweltbildung steht auf dem Programm: In Workshops haben Umweltexperten mit der lokalen Bevölkerung die Bedeutung von Mangroven und deren Ökosysteme besprochen.

Im Jahr 2017 startete unser Projekt zur Mangrovenaufforstung in Indien und Costa Rica

Projektteil 2: Garnelenzucht und Garnelenfang verbessern

In Süd-Indien, in der Region Tamil Nadu, haben wir eine Fischerei dabei unterstützt, als so genanntes „Fischereiverbesserungsprojekt“ offiziell anerkannt zu werden. Dies ist der erste Meilenstein auf dem Weg zu einer MSC-Zertifizierung. Die Fischer haben einen „Code of Practice“ erarbeitet, um den Garnelenfang umweltschonender und nachhaltiger zu gestalten. Dazu gehört auch der Einsatz neuer Fanggeräte, was den Beifang deutlich reduziert. Die Wildfang-Garnelen gab es bei ALDI SÜD als Aktionsartikel. In der Region Westbengalen haben wir Garnelenzüchter dabei unterstützt, die Zucht von Garnelen zu verbessern. Besonders erfolgversprechend ist die Garnelenzucht in einer so genannten integrierten Mangroven Aquakultur: Um die Zuchtteiche herum werden Mangroven gepflanzt, was die Biodiversität steigert und die Zucht nachhaltiger macht. Unsere Bio-Garnelen stammen teilweise aus diesem Projekt

Fischer in der Region Tamil Nadu testen Netze, mit deren Hilfe der Beifang reduziert werden

Projektteil 3: Einkommensfördernde Maßnahmen

Neben dem Mangrovenschutz standen auch Starthilfen zum Aufbau von Mikro-Unternehmen im Fokus des Projekts. Dazu gehörte in Indien auch der Aufbau einer Honigverarbeitungsanlage. Zudem haben lokale Frauengruppen gelernt, eigene Hühner für die Eier- und Fleischerzeugung zu halten. Dafür stehen ihnen drei solarbetriebene Anlagen zum Bebrüten von Hühnereiern zur Verfügung und sie haben gelernt, Hühnerfutter aus lokal verfügbaren Rohstoffen herzustellen. In Costa Rica haben wir den Aufbau eines Muschelverarbeitungszentrums für Kleinfischer unterstützt. Die beteiligten Frauengruppen in Indien konnten bereits damit beginnen, Eier und Hühnerfleisch auf dem lokalen Markt zu verkaufen. Der in den Mangroven gesammelte und bio-zertifizierte Honig wird ebenfalls dort angeboten. Um diese einkommensschaffenden Aktivitäten vorzubereiten, haben die Frauen verschiedene Qualifizierungsmaßnahmen durchlaufen.

Frauen in Indien stellen Hühnerfutter aus lokalen Rohstoffen her

 

Corona-Hilfemaßnahmen

Unser Projekt lief bereits auf Hochtouren, als die Corona-Pandemie die ganze Welt kalt erwischte. Mit zusätzlichen Fördermitteln der KfW-DEG gelang es, in Costa Rica und Indien die Auswirkungen durch Covid-19 abzumildern. So konnten wir u.a. rund 8.000 Hilfspakete mit Lebensmittel und Hygieneprodukten verteilen sowie ein regionales Krankenhaus und rund 40 öffentliche Gesundheitsstationen mit elementaren Medizinprodukten (Desinfektionsmittel, Schutzanzüge, Masken, Thermometer etc.) versorgen.

Wir bedanken uns bei den Projektpartnern, dem Beratungsbüro bluesensus und den NGOs Nature Environment & Wildlife Society (NEWS) und M.S.Swaminathan Research Foundation (MSSRF) in Indien sowie in Costa Rica der Organisation OSA Conservation für die erfolgreiche Zusammenarbeit.

Hinweis: Die Bilder, auf denen Personengruppen zu sehen sind, entstanden bei Projektstart und somit vor Beginn der Corona-Pandemie. © Bluesensus/Udo Censkowsky

Berit Hullmann
Berit Hullmann
Seit 2017 gehöre ich zum Presseteam in der externen Kommunikation bei ALDI SÜD. Hier kümmere ich mich hauptsächlich um Themen aus dem Bereich Nachhaltigkeit und Corporate Responsibility. Bei ALDI SÜD greife ich besonders gern beim Bio-Sortiment zu. Mein ALDI SÜD Must-Have waren jahrelang allerdings die wiederverschließbaren Baby-Feuchttücher unserer Eigenmarke Mamia.

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