Knochenmarkspende: Eine ALDI SÜD Mitarbeiterin erzählt ihre Geschichte

Eine Knochenmarkspende kann Leben retten. Das weiß ich und habe mich deshalb vor zwei Jahren bei der DKMS registrieren lassen. Angerufen wurde ich noch nicht, aber ich frage mich, wie das wohl ist – zu spenden. Eine unserer ALDI SÜD Kolleginnen, Elena Pankraz, hat vor Kurzem Knochenmark gespendet und mir von ihrer Erfahrung erzählt.

Eine Stammzellenspende aus dem Knochenmark ist häufig die einzige Hoffnung auf Heilung für Patienten mit schlimmen Diagnosen wie z.B. Leukämie. Damit die Spende aber helfen kann, müssen die Gewebemerkmale des Spenders mit dem des erkrankten Menschen sehr genau übereinstimmen. So eine Übereinstimmung zu finden, ist gar nicht leicht. Tatsächlich sucht jeder zehnte Blutkrebs-Patient vergeblich nach einem passenden Knochenmarkspender. Umso wichtiger ist es, dass sich möglichst viele Menschen bei der DKMS registrieren lassen. Je mehr Spenderauswahl es gibt, desto mehr Patienten finden einen geeigneten, möglichen Lebensretter. Aus diesem Grund organisiert auch ALDI SÜD regelmäßig DKMS-Typisierungsaktionen unter der Belegschaft.

DKMS

So sieht das Typisierungsset der DKMS aus. Einfach Stäbchen an der Mundschleimhaut entlang ziehen, eintüten und fertig.

Ein besonderer Anruf

Auch Elena Pankraz hatte sich schon vor ein paar Jahren typisieren lassen. Dass die ALDI SÜD Marketingexpertin sich tatsächlich mal einer Operation unterziehen würde, um jemand Fremden die Chance auf Leben zu geben, hätte sie trotzdem nicht gedacht. „Als der Anruf der DKMS kam, war ich gerade arbeiten. Als ich realisiert hatte, worum es geht, war ich schon aufgeregt. Entscheiden musste ich mich aber nicht gleich. Die DKMS hat mir ausreichend Bedenkzeit gegeben“, erzählt sie mir. Wenn man für eine Knochenmarkspende in Erwägung gezogen wird, kann man immer noch „Nein“ sagen. Aber für Elena war direkt klar: „Das mache ich!“ Zuerst wurde ihre genetische Kompatibilität mit dem Patienten noch einmal geprüft und ihr Gesundheitszustand ausführlich gecheckt. Dann war auch schon klar, dass die 27-Jährige sich bald würde Knochenmark entnehmen lassen. Damit ein anderer Mensch vielleicht gesund werden kann.

iStock/Miikam Knochenmarkspende

Bei der Stammzellenentnahme wird Mark aus dem Beckenknochen entnommen.

Wie eine Lebensretterin

Nur einige Wochen nach dem ersten Anruf stand der Operationstermin in einem speziell auf Knochenmarksentnahme spezialisierten Abteilung eines Krankenhauses fest. „Während der Zeit vor dem Eingriff und auch während ich im Krankenhaus lag, stand mir eine Betreuerin der DKMS eng zur Seite. Sie war jederzeit für mich erreichbar, hat mir jede Fragen beantwortet. Sie hat einfach dafür gesorgt, dass es mir an wirklich nichts mangelt“, erzählt Elena. „Ich hab mir das vorher nicht so vorgestellt, aber als Spender wird man sehr gut umsorgt. Man bekommt sehr viel Wertschätzung für das, was man da tut. Ich wurde wirklich wie eine Lebensretterin behandelt.“

Knochenmarkspende? Halb so wild

Dann war es soweit. Der Eingriff selbst dauerte keine halbe Stunde. Dabei wurden Elena aus ihrem Beckenkamm Knochenmark entnommen. „Nachher blieb nur eine kleine Wunde mit einem Verband darauf zurück. Es tat nur einige Tage nach der Operation noch ein bisschen weh, aber danach war ich ganz schnell wieder fit. Es war wirklich nicht schlimm“, erinnert sich Elena. Drei Tage blieb sie im Krankenhaus, dann konnte sie schon nach Hause gehen. Für den Eingriff war sie insgesamt eine Woche krankgeschrieben. Die DKMS zahlt dem Arbeitgeber für den Arbeitsausfall der Spender übrigens eine Entschädigung. ALDI SÜD hat diesen Betrag allerdings der DKMS gespendet.

Elena Pankraz nach Knochenmarkspende

Elena hat nach ihrer Spende Blumen bekommen und ein Foto vor der „Lebensretter-Wand“ gemacht.

Wofür es sich lohnt

Bevor Elena das Krankenhaus verließ, erfuhr sie schließlich noch, für wen sie den Eingriff in Kauf genommen hatte: Ein kleiner Junge in Brasilien ist erkrankt und hat ihre Spende erhalten. Wie es ihm geht und ob die Spende erfolgreich war, erfährt sie erst in einigen Monaten. Irgendwann, wenn die Daten von der DKMS freigegeben sind, stellt Elena sich vor, nach Brasilien zu fliegen und den Jungen kennenzulernen. Schließlich trägt er nun einen kleinen Teil ihrer Gene in sich. Und wie fühlt sich die Stammzellenspenderin heute? „Ich bin froh, dass ich mich für eine Knochenmarkspende entschieden habe. Ich würde es jederzeit wieder tun und möchte so viele Menschen wie möglich davon erzählen, damit sie sich auch bei der DKMS registrieren lassen.“

Nach meinem Gespräch mit Elena sehne ich mich richtig danach, auch als Spenderin ausgewählt zu werden. Ich möchte auch einem kranken Menschen helfen und hoffe, dass auch mich irgendwann ein Anruf der DKMS zu einer möglichen Lebensretterin machen wird.

Sie möchten auch in die Spender-Kartei der DKMS aufgenommen werden? Auf der offiziellen DKMS-Website können Sie sich Ihr Typisierungs-Set für Zuhause bestellen.

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