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Glaub‘ an dich, kleines Möhrchen

Von   

Berit Hullmann

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Lesedauer 4 Minuten

Bei ALDI SÜD gibt es ab sofort Bio-Karotten und bald auch Äpfel mit kleinen Schönheitsfehlern. Die „Krummen Dinger“ sehen interessant aus und schmecken genauso gut wie ihre makellosen Geschwister. Wer sie kauft, setzt ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung. Das finden nicht nur wir gut, sondern auch die Möhren und Äpfel, die nicht mehr wegen ihres unperfekten Äußeren aussortiert werden.

Eine dieser besonderen Möhren hat uns ihre ganz persönliche Geschichte erzählt:

Schon als Baby-Möhrchen war ich nicht wie die anderen Möhren auf unserem Feld. Sehen konnte man es nicht. Mein Körper steckte ja in der Erde fest. Nur die erfahrenen Bauersleute spürten es. „Das wird schon, Kleine“, sagte Bäuerin Berta immer zu mir, gab mir viele Extraportionen Wasser und tätschelte meinen grünen Schopf.

Bei einem ihrer Abendspaziergänge kamen Bauer Bernd und seine Berta am Möhrenacker vorbei. Der Bauer zeigte auf mich und maulte: „Das krumme Ding nimmt mir doch keiner ab. Eine wie die schafft es nie in einen ordentlichen  Möhreneintopf.“  Er trampelte wütend auf dem Acker herum. Seine Worte machten mich traurig. Ich wollte immer eine knackige Karotte werden, die ihren Bauern stolz macht. Ich wollte nicht einfach unter Stampfkartoffeln gemischt und an Kleinkinder verfüttert werden, wie meine Geschwister.

Mein Traum war der Olymp der Ackermöhren: Ich wollte eine kunstvoll geschnitzte Möhrenblume werden, die ein exotisches Buffet für feine Herrschaften dekoriert. „Dafür bist du viel zu krumm“, haben meine Feldnachbarn immer gesagt. Und ich habe ihnen natürlich geglaubt. Mein Oberkörper war dicker als bei anderen Möhren und der Rest wuchs krumm und schief in die Erde. Ich ließ meine Blätter hängen. Berta spürte meine Sorgen. „Du musst an dich glauben, kleines Möhrchen“, sagte sie. Berta gab mir ein paar Streicheleinheiten und zwinkerte mir zu, bevor sie mit Bernd zum Bauernhaus zurückschlenderte.

Als die Sonne unterging, kamen die Hasen.

Vor ihnen fürchteten sich alle Möhren. In der Abenddämmerung fielen sie in Scharen über das Feld her, auf der Suche nach Futter. An diesem Abend hatten sie es auf mich abgesehen. Einer zerrte an mir herum und legte meinen Oberkörper frei. „Hey Leute! Das müsst ihr euch anschauen!“, rief er seinen Freunden zu. Die Hasen kamen im Zickzack angehoppelt. Als sie mich sahen, fingen sie laut an zu lachen. Einige hielten sich die Bäuche und kugelten über das Feld. „Was für eine fette Möhre!“, lachte der Dickste von ihnen. „Die wächst ja total schief!“, johlte der dünnste Hase. „Sowas esse ich nicht!“

Sie ließen von mir ab, rissen meine Freundin Moni aus dem Boden und futterten sie einfach auf. Ihre vollen grünen Haare ließ die fiese Hasenbande achtlos am Rand des Ackers liegen. Ich schämte mich. Nicht mal als Hasenfutter war ich geeignet. Wie sollte ich da an mich glauben?

Nichts wünschte ich mir so sehr, wie gerade zu sein.

Dabei war ich lecker, das spürte ich. Mein Inneres war knackig und frisch. Ich habe mir immer alle Nährstoffe aus der Erde gezogen und viel getrunken. Aber niemand interessierte sich für meinen Geschmack und meine Vitamine. Als gute Möhre hatte man gerade zu sein. Ich versuchte, die Krümmung aus meinen Körper zu biegen, aber es war unmöglich. Traurig schlief ich ein.

Am nächsten Morgen kam Bäuerin Berta ganz früh zu mir. Sie streichelte mein grünes Haar und sagte: „Heute wirst du abgeholt.“ Da bog auch schon der Ernte-Traktor auf den Feldweg. Jeden Moment würde ich ausgerupft und auf die Müllhalde geworfen. Der Traktor kam immer näher. Mein Traum von einem erfüllten Möhrenleben zerplatzte. Ich warf einen letzten Blick auf Berta, die mir fröhlich winkte. Plötzlich schnellte mein Körper aus der Erde und ich verlor das Bewusstsein.

Als ich wieder zu mir kam, war ich im Himmel: Jemand hatte mich gewaschen und eingetütet. Das Licht war freundlich. Es roch nach frischem, knackigem Gemüse. Neben mir lagen eine Möhre mit zwei Beinen, eine Möhre mit verdrehtem Körper und ganz viele kurze, dicke, dünne und verbogene Karotten.

„Wo bin ich? Wer seid ihr?“, fragte ich ungläubig. „Du bist bei den krummen Dingern gelandet“, sagte die zweibeinige Möhre. „Wir sind der neueste Hit im Gemüseregal.“

„Endlich haben die Menschen erkannt, dass wir auch total lecker sind“, rief eine dünne Möhre mir zu.

„Gegessen werden wir trotzdem“, murrte eine krumme Karotte von weiter unten. Kaum hatte sie das gesagt, blickte das Gesicht eines dicken Mannes mit dunklen Haaren durch unsere Tüte. „Ihr habt mir noch gefehlt“, sagte er und legte uns in seinen vollgepackten Einkaufswagen. Als die Kassiererin uns einscannte, wurde mir klar: Es ist wirklich wahr. Ich werde nicht weggeworfen. Ich habe eine Bestimmung.

Nach einer unbequemen Fahrt, in der wir ordentlich durchgeschüttelt wurden und eine Packung Reis uns die Sicht versperrte, purzelten wir aus unserer schicken Verpackung heraus auf ein Holzbrett. Die kräftigen Hände des dicken Mannes legten uns ordentlich in eine Reihe. Meine neuen Freunde und ich zwinkerten uns zu. Wir hatten es geschafft! Neben  uns lagen feine Blüten, aus Gurken und Radieschen geschnitzt. Als ich das scharfe Küchenmesser auf mich zuschnellen sah, war ich überglücklich, denn ich wusste, ich würde den Möhren-Olymp erklimmen.

Berit Hullmann
Berit Hullmann
Seit 2017 gehöre ich zum Presseteam in der externen Kommunikation bei ALDI SÜD. Hier kümmere ich mich hauptsächlich um Themen aus dem Bereich Nachhaltigkeit und Corporate Responsibility. Bei ALDI SÜD greife ich besonders gern beim Bio-Sortiment zu. Mein ALDI SÜD Must-Have waren jahrelang allerdings die wiederverschließbaren Baby-Feuchttücher unserer Eigenmarke Mamia.

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