Start Unternehmen Gipfeltreffen in Shanghai

Gipfeltreffen in Shanghai

Von   

Frank Steffens

  -  

0
Lesedauer 3 Minuten

Seit 2015 unterstützen ALDI SÜD und ALDI Nord die Detox-Kampagne von Greenpeace. Das Ziel ist, bis 2020 umwelt- und gesundheitsschädliche Chemikalien aus der Schuh- und Textilproduktion zu verbannen. Nun konnten wir erstmals Vertreter von Produktionsstätten, Prüfinstituten und aus der Wissenschaft an einen Tisch bringen. Mein Bericht vom Detox-Gipfel in Shanghai.

Der „Grand Ballroom“ des Shanghai Hilton strahlt in hellem Glanz. Wer den größten Festsaal des renommierten Hotels im Zentrum der Megastadt betritt, wird von Schildern in englischer und chinesischer Sprache begrüßt. Rund 400 geladene Gäste sind zur Auftaktveranstaltung unseres Summit gekommen. Ein Händeschütteln hier, eine höfliche Verneigung dort, über allem liegt angeregte Unruhe. Die meisten Teilnehmer vertreten Unternehmen unserer Supply-Chain. Sie sind alle an unterschiedlichen Stellen an der Produktion unserer Textilwaren beteiligt und damit Teil eines gemeinsamen Systems. Viele sind sich bis heute noch nie persönlich begegnet.

aldi-nord_detoxsummit20160533_600_450

Verantwortung

Unsere Unternehmensgruppe nimmt ihre gesellschaftliche Verantwortung sehr ernst. In unseren Corporate-Responsibility-Grundsätzen (CR-Grundsätzen) legen wir unter anderem fest, dass die von uns verkauften Textilien und Schuhen von der Rohstofferzeugung bis hin zur Produktfertigung klar definierte soziale und ökologische Standards erfüllen. Daher unterstützen wir seit 2015 die Detox-Kampagne von Greenpeace, die das Ziel hat, die  Belastung von Mensch und Umwelt durch chemikalienhaltige Produktionsprozesse in der Textil- und Schuhindustrie zu verringern. Wir sind diese Verpflichtung freiwillig eingegangen. Gemeinsam mit der Umweltschutzorganisation haben wir einen Kriterienkatalog erarbeitet, der den Textilproduzenten eindeutige Anforderungen stellt. Bis 2020 wollen wir in den asiatischen Produktionsstätten auf den Einsatz bestimmter Chemikalien ganz verzichten.aldi-nord_wortmeldung-detoxsummit20161086_600_450

Alle an einem Tisch

So ein Vorhaben zu beschließen ist das eine, es in die Praxis umzusetzen, das andere. Schließlich muss dafür jeder einzelne Akteur mitspielen, und das bedeutet, dass über Jahre eingespielte Prüf- und Produktionsabläufe auf unterschiedlichen Ebenen der Herstellung umgestellt und optimiert werden müssen. Die Nassproduktionsstätten, in denen Ausgangsmaterialien zum Beispiel gesponnen, gefärbt und gewaschen werden, sind in diesen Prozess ebenso eingebunden wie die sogenannte Hauptproduktion, also jene Unternehmen, in denen Textilien zugeschnitten und zusammengenäht werden. Eine ebenso wichtige Rolle spielen schließlich die Importeure, die für uns die Waren aussuchen und damit ein Bindeglied zwischen uns und der Produktion sind. Der Detox-Summit gibt allen Beteiligten die Möglichkeit, ihre speziellen Ansprüche, Probleme und Lösungsvorschläge einander vorzutragen und die Sichtweisen der anderen besser zu verstehen. Damit ist er ein wichtiger Meilenstein auf unserem Weg zur Chemikalienreduktion.aldi_nord_-infostand-detoxsummit20161821_600_650-1

Intensiver Austausch

Der Summit zeigt uns, wo wir stehen. Für uns ist es wertvoll zu sehen, dass manche Unternehmen bereits sehr weit mit der Umsetzung unserer Vorgaben sind und andere noch Unterstützung benötigen. Vor allem der „Markt der Möglichkeiten“, auf dem sich die Chemieindustrie und die Prüfinstitute mit Lösungen zur Detox-Erfüllung präsentierten, und die Workshops, in denen wir uns intensiv mit Vertretern aus unterschiedlichen Bereichen der Textilproduktion austauschen konnten, haben wertvolle Hinweise zutage gebracht. Außerdem zeigten die moderierten Gespräche, die in Mandarin und Englisch geführt wurden, wie hilfreich es ist, sich einmal persönlich kennenzulernen. Das wird den Austausch innerhalb unserer Supply-Chain deutlich verbessern. Für die Zukunft planen wir deshalb, unser Engagement bei der Information und Unterstützung von Lieferanten und Produktionsbetrieben weiter zu intensivieren. Dafür werden wir verstärkt Schulungen und Webinare anbieten sowie strategische Lieferantengespräche ausweiten.aldi-nord_gute-laune-detoxsummit20161787_600_450

Auch die anderen Teilnehmer teilen unser Fazit. Eine von ihnen ist Ada Kong von Greenpeace. Sie trägt den Titel Toxics Campaign Manager East Asia und ist eine Expertin, was das Thema Gewässerverschmutzung angeht. Die Aktivistin begleitet die Entwicklungen der Textilindustrie sehr genau und kritisch. Den Detox-Summit bewertet sie positiv. „Dieser Gipfel trägt signifikant zur Bewusstseinsschaffung bei den Lieferanten in der Region bei“, sagt sie und fügt hinzu: „ALDI unterstreicht so proaktiv die Wichtigkeit des Themas.“ Darauf lässt sich aufbauen.

Weitere Informationen zur Detox-Selbstverpflichtung haben wir hier zusammengefasst:

cr.aldisouthgroup.com/de/detox-commitment/

Frank Steffens
Frank Steffens
Als Leiter Qualitätswesen für den Bereich Non Food bin ich Ansprechpartner für Einkäufer des gesamten Non-Food-Sortiments. Hierzu zählen auch Textilien und Schuhe. Zu meinen Aufgaben gehören unter anderem, Strategien für die Überprüfung und Qualitätskontrolle der Waren aufzustellen. Darüber hinaus bin ich der zentrale Ansprechpartner für Verbände und NGOs in Bezug auf die Qualität unserer Non Food Produkte.

0 Kommentare

Hinterlassen Sie uns einen Kommentar