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Gastbeitrag: Unser Klimaschutzprojekt in Bolivien

Von   

Lars Forjahn

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Lesedauer 3 Minuten

Seit dem 1. Januar 2017 handelt ALDI SÜD klimaneutral – als erster großer Lebensmitteleinzelhändler in Deutschland. Dafür vermeiden wir so gut wie möglich den Ausstoß von klimaschädlichem CO2 und kompensieren unvermeidbare Emissionen. Zusammen mit dem gemeinnützigen Verein PRIMAKLIMA unterstützen wir Klimaschutzprojekte in Uganda und Bolivien. Lars Forjahn von PRIMAKLIMA gibt uns einen Einblick in das Projekt in Bolivien und stellt uns Luna, einen beteiligten Kleinbauern, vor.

In Bolivien ist Armut einer der Hauptgründe für die Zerstörung des Regenwaldes. Für den langfristigen Schutz der Wälder müssen wir die Ursachen der Entwaldung in den Blick nehmen und sie bekämpfen. Daher steht die Verbesserung der Lebensbedingungen von Kleinbauern im Zentrum unseres Aufforstungsprojekts am Rande des Amazonasbeckens.

Der nächste größere Ort ist Rurrenabaque, eine Ansiedlung am Rande des Regenwaldes. Die Kleinbauern, die sich an unserem Projekt beteiligen, leben allerdings nicht in Rurrenabaque selbst, sondern tiefer im Regenwald.

Obwohl sie so abgeschieden wohnen, kommen doch ab und an Touristen in diese Gegend. Für die holprige Fahrt im Geländewagen werden sie mit einem, wie ich finde, beeindruckenden Blick auf den Urwald aus nächster Nähe entschädigt. An Besucher ist man hier also gewöhnt und erzählt gerne, was sich in den letzten Jahren in der Gegend entwickelt hat. Die Gäste werden dafür in das Gemeinschaftshaus zum Essen gebeten und dürfen sich mit einer für die Region typischen Mahlzeit stärken – Reis, Hühnchen und Maniok, ein Wurzelgemüse, auch „Kartoffel der Tropen“ genannt.

Kleinbauer Luna

Einer der Kleinbauern, die sich an unserem Projekt beteiligen, ist Luna. Luna wohnt schon seit Anfang der 1980er Jahre in der Gegend um Rurrenabaque. Um sein Einkommen zu sichern baut er seit jeher Gemüse an und hält einige Hühner. Mit der Anzucht von Pflanzen hat er daher viel Erfahrung. „Dennoch konnte ich von den Mitarbeitern des Projekts noch einiges über die besten Anbaumethoden lernen“, sagt er. „Ich habe landwirtschaftliche Techniken gelernt, die einen höheren und nachhaltigeren Ernteertrag ermöglichen. Über den langen Zeitraum körperlicher Arbeit ist es auch wichtig, etwas über Arbeitssicherheit und Gesundheitsvorsorge zu lernen.“

Seitdem er am Projekt teilnimmt wird er nun dabei unterstützt, ehemals für den Ackerbau gerodete Waldflächen wieder aufzuforsten. Um das anfängliche Wachstum der Bäume zu sichern, werden sie mit Stacheldrahtzaun vor tierischen Eindringlingen geschützt. Für die Pflege der Bäume und den Wachstumserfolg enthält er faire Prämien. Später werden die Bäume ihm zusätzliche Einnahmen durch nachhaltige Forstwirtschaft ermöglichen. Diese neue Einkommensquelle macht ihn unabhängiger vom Verlauf der Regenzeiten, die jede Jahre über Erfolg oder Misserfolg in der Landwirtschaft entscheiden und sich gleichzeitig durch den Klimawandel unvorhersehbar ändern können. Gerade in Bolivien herrscht seit Jahren extreme Dürre. Bäume schützen somit gleichzeitig vor den Auswirkungen der Trockenheit und bekämpfen deren Ursachen.

Positive Entwicklungen

Durch das Klimaschutzprojekt haben sich in den Dörfern immer mehr Strukturen ausgebildet, die das Gemeinschaftsleben stärken und der Schutz der Bäume verbindet die Bewohner. Selbst bei den Kleinsten ist unser Projekt schon Thema. In mehreren Schulen, die es mittlerweile im Projektgebiet gibt, lernen die Kinder, wie wichtig die Erhaltung des Waldes für die Gemeinschaft und das Klima ist. „Vor drei Jahren führte uns eine Flut vor Augen, welche große Bedeutung die Bäume für unsere Existenz haben, denn sie bieten uns ein weiteres Standbein“, erklärt Luna. Durch die Flut verloren einige Familien innerhalb weniger Tage ihre gesamte Jahresernte an Maniok und Reis. Was blieb, waren ihre Bienenstöcke und die robusten Bäume. „Für die Bewohner war es zweifellos ein schlimmes Jahr, aber es bedrohte nicht ihre Existenz.“

Er habe schon als Kind gelernt, dass sich Mensch und Natur im Gleichgewicht befinden müssen sagt Luna. „Darum freue ich mich, dass ich Teil des Projektes bin und mit meiner Arbeit zur Erhaltung der Natur beitragen kann.“

Ich bin davon überzeugt, dass ein dauerhafter Erhalt der Wälder nur dann möglich ist, wenn die lokale Bevölkerung hinter dem Projekt steht und selbst unmittelbar die Vorteile erlebt. Daher leistet PRIMAKLIMA nicht nur einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz, sondern entwickelt neue Perspektiven für Kleinbauern.

Weitere Informationen zum Klimaengagement von ALDI SÜD finden Sie hier: aldi-sued.de/klimaschutz

 

Lars Forjahn
Lars Forjahn
Ich bin seit 2014 als Referent Fundraising bei PRIMAKLIMA tätig und sehe es als meine Aufgabe, unsere Unterstützer und unsere Projekte zusammenzubringen. Ich versuche zu zeigen, wie unsere Bäume sowohl das Klima schützen als auch die Armut in den Projektregionen bekämpfen.

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