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Von Berit Hullmann, Tobias Neuhaus und Carolin Sunderhaus

Das Corona-Jahr 2020 geht zu Ende − endlich, werden viele sagen. Denn seit wir uns unter dem letzten Silvesterfeuerwerk freudig in den Armen gelegen und das Jahr begrüßt haben, ist nichts mehr so, wie es war.  Corona hatte − und hat − uns alle fest im Griff. Den Jahreswechsel feiern wir im kleinen Kreis und statt auf ein Feuerwerk blicken wir auf einen Silberstreif am Horizont:  Der Corona-Impfstoff ist da. Aber bis alle versorgt sind, wird es noch eine ganze Weile dauern. Noch eine Weile heißt es: Mit Corona leben.

Auch wir bei ALDI SÜD haben ein Corona-Jahr hinter uns, das sehr fordernd und außergewöhnlich war. Unser Unternehmen stand stark im Fokus von Medien und Öffentlichkeit. Klappt das mit der Lebensmittelversorgung in einer Pandemie? Kann man bei ALDI SÜD sicher einkaufen? Und die immer wieder gestellte Frage: Gibt es genug Klopapier für alle? Wie das Corona-Jahr bei ALDI SÜD war, resümieren wir in unserem Jahresrückblick.

„Beziehen Sie Ingwer und Knoblauch aus China?“

Im Januar berichten erste Medien über ein neuartiges Virus, das sich in China ausbreitet. Da ahnen wir noch nicht, dass uns dieses „Corona“ das ganze Jahr über beschäftigen wird. Dass es uns sehr wohl betrifft, merken wir schnell. „Beziehen Sie Knoblauch oder Ingwer aus China?“, lautet eine der ersten Anfragen im Februar. Bis zum Jahresende wird unsere Pressestelle mehr als 1000 Presseanfragen mit Corona-Bezug beantworten. Gut die Hälfte davon allein im März.

Ende Februar sind die Infektionszahlen in Deutschland noch überschaubar. Aber sie steigen stetig. Wir hören erstmals von Menschen, die in Quarantäne müssen. Die Eltern im Team scherzen noch: Wie schrecklich es wäre, mit der ganzen Familie zwei Wochen lang zu Hause eingesperrt zu sein. Rückblickend können wir sagen: Wären es doch nur zwei Wochen gewesen.

Hamsterkäufe: Ausnahmezustand in den Filialen

Am Vormittag des 26. Februar erreicht uns die erste Presseanfrage zu einem Thema, das uns erst einmal nicht mehr loslassen wird. Kurzer Betreff der E-Mail: „Hamsterkäufe?“ Ihr werden rund 150 ähnliche Anfrage folgen, von großen und kleinen Zeitungen, Print und Online, von TV- und Radio-Redaktionen, von deutschen und internationalen Medien.

Tatsächlich gibt es Bilder aus unseren Filialen, die wir nicht für möglich gehalten hätten: Unsere Regale sind leer!

Diese Bilder verbreiten sich in Windeseile über die sozialen Medien. Mit ihnen die Unsicherheit. Die Kollegen in den Filialen und Logistiklagern bekommen die volle Wucht zu spüren. Lkw-Fahrer Reiner Schultheiß pendelt pausenlos zwischen Lager und Filialen. „Das Schwierigste sind die letzten Meter bis zur Filiale“, sagt er. Parkflächen und Zufahrten sind oft zugeparkt. „Lasst das Hamstern sein – wo ich herkomme, gibt es genug für alle.“

ALDI SÜD Fahrer Reiner Schultheiß war in der Corona-Krise permanent auf Achse

Der Pasta-Express bringt Nudeln aus Italien

Nicht nur Klopapier ist heiß begehrt, auch Nudeln. Weil die Lieferketten unter größter Belastung ächzen, sind kreative Lösungen gefragt. Wir haben eine: In Zusammenarbeit mit DB Schenker lassen wir per „Pasta-Express“ mehr als 200 Tonnen Nudeln in Sonderzügen kommen – direkt aus Italien.

Der ALDI SÜD Pasta-Express bringt Nudeln direkt aus Italien

Wir sprechen mit Kollegen, die in dieser Krise Außergewöhnliches leisten. Wie unsere Azubis, die in Nürnberg eine Filiale in Eigenregie leiten und mit dem plötzlichen Kundenansturm fertig werden mussten. Chris Schmidt war einer von ihnen. Im Blog-Interview schildert er seine Eindrücke: „Als die Meldung kam, dass alle Schulen schließen, ging der Ansturm los. Plötzlich sammelten sich die Leute vor der Filiale. Viele Eltern hatten ihre Kinder abgeholt und gleich mitgebracht. Die Filiale war sofort voll. Das ist jetzt fast durchgehend so.“

Kollegen helfen in den Filialen aus

Am 11. März ruft die Weltgesundheitsorganisation eine Pandemie aus. Wir hören gebannt zu, als Kanzlerin Angela Merkel sich an alle Bürger wendet und vor einer Überlastung des Gesundheitssystems warnt.

Eine Herausforderung von historischem Ausmaß“, Bundeskanzlerin Angela Merkel, 11.3.2020

Schulen und Kitas machen dicht. Da wo möglich, nutzen wir Mobile Working-Möglichkeiten. Bei den virtuellen Besprechungen tauchen ab und zu Kinder im Hintergrund auf oder ein Baby sitzt auf dem Schoß eines Kollegen. Wir nehmen es mit Humor. Immerhin haben wir Glück und dürfen weiterarbeiten. Arbeiten im Ausnahmezustand.  Auch Manager gehen freiwillig samstags in die Filialen und helfen.

Weil wir dringend Unterstützung in den Filialen brauchen, gehen wir eine Personalpartnerschaft mit McDonald’s ein. Aus den Schnellrestaurants helfen Mitarbeiter bei uns aus. Menschen, die in anderen Bereichen ihre Jobs verlieren, klopfen bei uns an. Besonders beeindruckt uns Christiane Reichert. Eigentlich leitet sie in Düsseldorf ein kleines Theater. Das musste schließen. Also packt sie bei ALDI SÜD mit an: „Supermarkt – warum nicht?!“ Mit unserer „Anpacker-Kampagne“ rekrutieren wir zusammen mit ALDI Nord rund 3000 neue befristete neue Mitarbeiter.

In vier Tagen entsteht eine ALDI SÜD Filiale an der Uniklinik Frankfurt

Woran wir uns noch lange erinnern werden, ist nicht das, was alles nicht mehr ging. Sondern das, was plötzlich möglich war.

Ebenfalls im März geht eine besondere Anfrage aus Frankfurt bei der Pressestelle ein. Nicht von einer Zeitung, sondern von der Uniklinik: Die Ärzte und das Pflegepersonal arbeiten am Limit. Ob es möglich sei, für Beschäftigte der Uniklinik bei ALDI SÜD die Öffnungszeiten zu erweitern, damit sie nach langen Arbeitstagen nicht noch unter Stress einkaufen müssen. Ein Hilferuf, symbolisch für das ganze Land. Wir nehmen Kontakt mit den Kollegen von der zuständigen Regionalgesellschaft auf. Ihre Antwort: „Die Öffnungszeiten lassen sich nicht ausdehnen. Aber wir können denen eine eigene Filiale bauen.“ Gesagt getan: Innerhalb von vier Tagen entsteht auf dem Campus der Uniklinik Frankfurt eine Mini-ALDI-SÜD-Filiale. Wow!

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„Damit können wir den Alltag einiger Menschen erleichtern, die derzeit sehr Großes für die Bevölkerung leisten“, bringt unser Kollege Thorsten Pufe es auf den Punkt. Er ist Leiter der Filialentwicklung bei ALDI SÜD in Mörfelden.

#gemeinsamgehtalles im Corona-Jahr:  Wir halten zusammen

Unter dem Hashtag #gemeinsamgehtalles rufen wir im Corona-Jahr zu mehr Zusammenhalt und gegenseitiger Unterstützung auf. Wir nutzen unsere große Reichweite und machen auf gemeinnützige Nachbarschaftshilfen wie nebenan.de und wirgegencorona.com aufmerksam. Außerdem rufen wir auf, die Tafeln vor Ort zu unterstützen. Wir spenden Einkaufsgutscheine an soziale Einrichtungen und 155.000 Ostersüßigkeiten an Organisationen wie das Deutsche Rote Kreuz oder die Arche. Im April verteilen wir 40.000 Flaschen Desinfektionsmittel an Krankenhäuser und Senioreneinrichtungen. Als Dank für den beispiellosen Einsatz von McDonald’s Mitarbeitern in unseren Filialen im Frühjahr spenden wir zu Weihnachten 100.000 Euro an die McDonald’s Kinderhilfe und bitten Kunden, hier ebenfalls zu unterstützen.

Auf die zweite Corona-Welle sind wir vorbereitet

Die Sommermonate verschaffen uns eine kleine Verschnaufpause. Doch Ende September ist absehbar, dass die zweite Corona-Welle auf uns zurollt. Wir haben aus den Erfahrungen im Frühjahr wichtige Lehren gezogen. Auf Nachfrageschwankungen sind wir vorbereitet, Lieferengpässe können wir durch die Umstellung von Logistikprozessen vermeiden.

Extrem nachgefragt in 2020: Klopapier!

Mit den Infektionszahlen steigt wieder die Nachfrage nach bestimmten Produkten. Allein im Oktober beantworten wir mehr als 65 Presseanfragen zu dem Objekt der Begierde im Jahr 2020: Klopapier. Es zeigt sich aber: Nicht nur wir als Händler denken um, auch die meisten Kunden haben dazugelernt. Alle Produkte bleiben verfügbar.

Im Corona-Jahr: Masken und Desinfektionsmittel als Aktionsartikel

Die Sicherheits- und Hygienemaßnahmen haben sich etabliert. Viele Kunden haben sich an die Maskenpflicht gewöhnt und halten sich vorbildlich an unsere Hygiene- und Schutzmaßnahmen. Im Oktober rüsten wir in allen Filialen noch einmal nach und bauen flächendeckend Hygienestationen auf. Damit sich unsere Kunden im Alltag noch besser vor einer möglichen Infektion schützen können, passen wir auch unsere Aktionsartikel an. Regelmäßig sind Masken, Desinfektionsmittel und Seife im Angebot.

Auch mit Maske ein Lächeln schenken

Ein Jahr wie kein anderes ist fast vorbei. Das Corona-Jahr, in dem viel los war und gleichzeitig auch nichts. Gemeinsam eine Krise zu meistern, hilft zu einem neuen, achtsameren Umgang miteinander. Wir möchten an dieser Stelle zu Besonnenheit beim Weihnachtseinkauf aufrufen. Für Hamsterkäufe gibt es nach wie vor keinen Grund. Deshalb: Vermeidet, wo immer möglich, Stoßzeiten: Das ist zum Beispiel nachmittags der Fall, denn da gehen viele Berufstätige einkaufen. Auch an Samstagen sind die Filialen meist voller. Haltet bitte Abstand und beachtet unsere Hygienemaßnahmen. Und auch hinter einer Maske können ein Lächeln und ein freundliches Wort Wunder wirken.

Wir wünschen Euch ein besinnliches und vor allem gesundes Weihnachtsfest und ein schönes Silvester, das sicher auch ganz ohne Feuerwerk unvergesslich bleiben wird.

Berit Hullmann
Berit Hullmann
Seit 2017 gehöre ich zum Presseteam in der externen Kommunikation bei ALDI SÜD. Hier kümmere ich mich hauptsächlich um Themen aus dem Bereich Nachhaltigkeit und Corporate Responsibility. Bei ALDI SÜD greife ich besonders gern beim Bio-Sortiment zu. Mein ALDI SÜD Must-Have waren jahrelang allerdings die wiederverschließbaren Baby-Feuchttücher unserer Eigenmarke Mamia.

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