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Die Corona-Krise stellt insbesondere Arbeitnehmer mit Kindern vor große Herausforderungen. Eva Böhm (44) aus Friolzheim ist Regionalverkaufsleiterin in Teilzeit bei ALDI SÜD. Als Mutter von zwei Kindern – Katharina (8) und Benjamin (10) – hat die Krise hat auch ihr Leben ordentlich auf den Kopf gestellt. Wir haben sie gefragt, wie sie sich aktuell motiviert und die Balance zwischen Arbeit und Privatleben schafft.

Wann hast du gemerkt, dass sich aufgrund der Krise etwas verändert hat?

Angefangen hat alles Anfang März. Artikel wie Klopapier und Nudeln waren schnell ausverkauft. Am Freitag, den 13. März, parallel zur Verkündung der Schulschließungen, bildeten sich vor unseren Filialen schlagartig lange Schlangen. Ich verantworte vier Filialen in Pforzheim und im Enzkreis mit rund 80 Mitarbeitern. Ich steckte mitten in Personalplanungen und musste vieles über den Haufen werfen. Urlaube wurden verschoben und mit den Mitarbeitern neue Einsatzpläne besprochen.

Eva Böhm ist seit 2001 bei ALDI SÜD. Als Regionalverkaufsleiterin betreut sie in Pforzheim und im Enzkreis insgesamt vier Filialen mit rund 80 Mitarbeitern

Wie hat sich deine Arbeit in der Krise verändert?

Im Moment sind die Arbeitstage insgesamt deutlich länger als normal. Obwohl sich meine Arbeit überwiegend im Verkaufsbereich abspielt, ermöglicht mir ALDI SÜD flexibles Arbeiten. So kann ich alles Administrative am Vormittag von zu Hause aus erledigen. Da mein Mann beruflich auch stark eingebunden ist, kann ich so noch für meine Kinder da sein.

Am Nachmittag konzentriere ich mich dann voll auf die Arbeit in den Filialen. Ich merke, wie sich in der Krise die Prioritäten verschoben haben. Es geht auf einmal um ganz essentielle Dinge wie die Warenverfügbarkeit sowie die Sicherheit von Kunden und Mitarbeitern. Ich arbeite momentan vielmehr in der Filiale an sich. In den Gesprächen mit den Mitarbeitern versuche ich auf alle Sorgen einzugehen.

Welche Aufgaben haben dich besonders beschäftigt?

Ich habe zum Beispiel vermehrt befristete Aushilfskräfte eingestellt, da unser Personalbedarf in den Filialen aufgrund des erhöhten Kundenaufkommens gestiegen war. In den letzten Tagen waren es insgesamt sieben. Die meisten Vorschläge kamen direkt von den Mitarbeitern, die sich in ihren Familien und bei Freunden umgehört haben. Persönliche Empfehlungen sind dabei besonders wertvoll, da die Zeit für ausführliche Bewerbungsgespräche fehlt. Auch die Abwicklung mit der Personalabteilung war ganz unkompliziert. Man merkt auch in der Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen, dass wir alle auf ein Ziel hinarbeiten.

Wie ist die Stimmung in deinen Filialen?

Die Herausforderungen der Krise haben die Mitarbeiter in den Filialen extrem motiviert und das Wir-Gefühl gestärkt. Jeder will helfen und seinen Teil beitragen. Wenn es zum Beispiel darum geht, Bauzäune zur Abstandshaltung aufzubauen, packen alle mit an. Es gab auch Angebote von Freunden der Mitarbeiter, die Atemschutzmasken für uns nähen wollten. Der dreijährige Sohn eines Filialleiters spendete seine Kreide für Markierungsstreifen. Für ihren unermüdlichen Einsatz kann ich meinen Mitarbeitern gar nicht genug danken. Sie sind es, die den Laden am Laufen halten. Das wird auch von den Kunden honoriert, die als Dankeschön schon mal Blumen oder Süßes schenken.

Welche Chancen siehst du in der Krise?

Wir halten jetzt zum Beispiel viele Meetings mit den anderen Kollegen per Video- oder Telefonkonferenz ab. Das klappt ganz gut und ist sehr effizient. Ich hoffe, wir behalten uns das auch nach der Krise bei.

Hast Du noch einen Tipp an alle Eltern?

Wir versuchen eine Art von Struktur aufrechtzuerhalten. Dafür haben wir einen Zeitplan aufgestellt, an dem sich die Kinder orientieren können. Hier ist genau vermerkt, was wann stattfindet: Wann machen wir Hausaufgaben, wann üben wir mit den Instrumenten und wann gibt es Pausen? Den Nachmittag haben sie dann frei. Das klappt bisher super.

Unsere Kolleginnen und Kollegen leisten in der Corona-Krise Außerordentliches. Hier berichten ein Azubi und ein Lkw-Fahrer, wie sie die aktuelle Lage erleben und meistern. #GemeinsamGehtAlles

2 Kommentare

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Toller Einsatz!Bleibt alle gesund!
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Ich wollte aus Ihrem Angebot eine Solardusche über online bestellen,dies ist mir nicht gelungen. Ich bin Risikopatient, würde aber gerne dieses Teil erwerben.der Betrag €79:99 ich würde mich sehr freuen von Ihnen etwas zu höheren. Meine Telefonnummer 09552929539 ,heideweiffenbach@web.de Mit freundlichen Grüßen hw
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