Unsere Bio-Möhre vom Acker bis in die Filiale

Welche Stationen durchläuft die deutsche Bio-Möhre, bis sie in unseren Filialen angeboten wird? Und wie schaffen wir es, knackfrische Karotten außerhalb der Erntezeit anzubieten? Wir verraten Euch unsere Abläufe. „In dem gesamten Prozess sind kurze Verarbeitungszeiten und schnelle Transportwege essentiell für die Frische unserer Bio-Karotte. Die Beschaffung orientiert sich an den je nach Saisonverlauf gegebenen Verfügbarkeiten. Wir bevorzugen deutsche Karotten, wenn die Ernte es uns ermöglicht“, erklärt Sven Fundel, Quality Assurance Manager fruits & vegetables bei ALDI SÜD.

Bio-Möhre: Ernte in Deutschland

Die deutschen Sommermöhren vom Feld gibt es von Juli bis November. Der Weg der Sommermöhre sieht so aus: Sobald der letzte Frost vom Winter verschwunden ist und es frühlingshaft wird, säen die Bio-Landwirte Möhren-Samen auf den Feldern aus. Bei guter Versorgung mit Nährstoffen aus dem Boden, mit Wasser, Licht und Wärme wächst das Wurzelgemüse kräftig. Sie kann dann je nach Sorte in 90 bis 120 Tagen geerntet werden. Durch die tief wachsende Pfahlwurzel kann die Möhre die Nährstoffe aus dem Boden gut verwerten.

Die Bio-Möhre legt nur einen kurzen Weg vom Feld bis in die Filiale zurück.

Schon bald im Regal: Bis zur Auslieferung der Bio-Möhre dauert es nur wenige Stunden.

An einem späten Abend im Juli ist dann Erntezeit. „Die Karotten-Ernte findet bei hohen Temperaturen und Sonneneinstrahlung immer abends statt. Die frischen Karotten werden nachts transportiert, damit am frühen Morgen mit der Aufbereitung begonnen werden kann“, so Fundel. Zur Ernte rollt ein sogenannter Klemmbandroder an, der den Boden auflockert und die Bio-Möhre anschließend aus dem Boden hebt. Die Möhren werden am Riemen zu den Messern hochgezogen. Erst dann trennt die Maschine das Laub von den Möhren. Die Möhren fallen in einen Sammelbehälter auf der Erntemaschine und werden auf einen Anhänger am Feldrand geladen. Dieser transportiert die Möhren unmittelbar nach der Ernte noch in der Nacht zur Aufbereitung.

Sortieren, säubern und weiterverarbeiten

Vom Feld geht es für die Bio-Möhren direkt weiter in die Aufbereitungsanlage unseres Lieferanten Brocker Möhren. Bei der Anlieferung werden die Rüben auf ein Förderband gekippt und zur Waschtrommel transportiert. Nach der Wäsche fahren sie weiter in die Sortierung. Ein sogenannter Kleinguttrenner sortiert Bruchstücke aus. „Ware, die nicht der Klasse 1 entspricht, verwenden wir beispielsweise für unser Projekt ‚Krumme Dinger‘. Die gesondert gesammelten Bruchstücke finden oft in Säften, Eintöpfen oder als Bio-Futtermittel Verwendung“, erzählt Fundel weiter.

Die ganzen Möhren fahren anschließend durch eine optische Sortierung um noch einmal nach Größen – klein, mittel und groß – zu trennen. Einen letzten prüfenden Blick übernehmen zwei Mitarbeiterinnen, die händisch sortieren. Anschließend landen die Möhren über die Bänder bei der Verpackungsmaschine. Die Maschine wiegt das gesunde Knabberzeug vollautomatisch und füllt sie in die bekannten ALDI SÜD Tüten. Verpackt in Kisten warten die Möhren dann im Kühllager auf ihren Transport zu den 30 ALDI SÜD Logistikzentren. Die Logistikzentren beliefern unsere Filialen anschließend täglich mit frischen Möhren.

Die ALDI SÜD Bio-Möhre wird nach der Aufbereitung in Tüten gepackt und zum Transport fertig gemacht.

Der letzte Schritt vor der Auslieferung: Hier bekommt die ALDI SÜD Bio-Möhre ihre Verpackung.

Die Besonderheiten im Gemüseanbau

Erntezeit ist nicht gleich Erntezeit: Jedes Gemüse hat einen Saisonverlauf. Und so kann auch die deutsche Bio-Möhre nur bei bestimmten Wetterbedingungen und Bodenverhältnissen wachsen. Nach jeder Ernte wird der Boden wieder bearbeitet und für die Folgekultur vorbereitet. Das können zum Beispiel Kartoffeln oder Getreide sein. Denn die Möhren entziehen dem Boden Nährstoffe, die dem Boden wieder zugeführt werden müssen. Dazu verwenden die Landwirte im Bio-Anbau organische Düngemittel sowie Zwischenfrüchte. Die Zwischenfrucht wächst als zweite Frucht und bleibt über den Winter im Feld stehen, um Nährstoffe zu binden. Diese stehen nach der Zerkleinerung der Zwischenfrucht der nachfolgenden Pflanze im Frühjahr wieder zur Verfügung. Möhren können allerdings erst nach frühestens fünf Jahren wieder auf der gleichen Parzelle angebaut werden. Nach den Möhren bauen die Landwirte beispielsweise Kartoffeln an. Das funktioniert von der sogenannten Kulturfolge her gut.

Keine Möhrenzeit und trotzdem Möhren

Um unseren Kunden zu jeder Jahreszeit frische Möhren anbieten zu können, greifen wir nach der Feldware auf unsere sogenannte Lagermöhre zurück. Das erfolgt hauptsächlich in den Monaten von Dezember bis Januar. Die Ernte der deutschen und niederländischen Lagermöhren beginnt im Oktober und muss vor dem ersten Frost abgeschlossen sein. Dazu lagert unser Lieferant Brocker Möhren die Möhren mit viel Erde in Holzkisten ein. Jede Holzkiste wiegt rund eine Tonne. Die Holzkisten bleiben dann in Kühlhäusern bei 0,3 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von ca. 80 Prozent. Aus diesem Lager kann die Bio-Möhre je nach Lagerstabilität bis Ende März verarbeitet und aufbereitet werden.

Stehen uns keine Lagermöhren zur Verfügung, beziehen wir Möhren aus anderen Ländern, die unsere Qualitätsstandards einhalten. Wie beispielsweise aus Spanien. Gemeinsam mit unserem Lieferanten haben wir dort feste Bio-Bauern. Diese versorgen unsere Filialen im Zeitraum von April bis Juni mit der Bio-Möhre. Damit schließt sich der ALDI SÜD Möhren-Kreislauf und wir können in unseren Filialen zu allen Jahreszeiten leckere Mohrrüben anbieten.

Da wir unseren Kunden das ganze Jahr über Karotten anbieten, haben wir eine Vielfalt an Rezepten erstellt. Wie wäre es beispielsweise mit einer wärmenden Karotten-Kartoffelsuppe, knusprigen Honigmöhren? Oder knackigen Dinkelwaffeln mit Karotte für einen gemütlichen Nachmittag?

Auch unsere Erdbeeren, Heidelbeeren sowie das Mineralwasser gehören zu jenen Produkten, die wir gerne aus Deutschland beziehen. In 2017 haben wir einige der Lieferanten besucht und darüber berichtet.

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