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Auf vielen Feldern in Deutschland sind derzeit große und kleine Kürbisse zu entdecken. Darunter auch der Bio-Hokkaido, den ihr in unseren Filialen findet. Der Hokkaido stammt ursprünglich aus Japan und zählt hierzulande zu den beliebtesten Speisekürbissen. Das tieforangene Gemüse hat eine besondere Eigenschaft: Er muss nicht geschält werden und ist in der Küche vielseitig einsetzbar. Zum Beispiel für Suppen, Aufläufe oder als Ofengemüse. In den Herbstmonaten gibt es den Bio-Hokkaido auch bei ALDI SÜD. Er stammt von Bauer Albert Fuhs aus Straelen-Herongen.

145 Tonnen Bio-Hokkaido pro Saison

Bereits im Jahr 1984 hat der Gärtnermeister Albert damit begonnen, im Bio-Gemüsebau Hokkaido-Kürbisse anzubauen. Auf insgesamt zwölf Hektar Anbaufläche in Straelen-Herongen erntet er mit einem elfköpfigen Team in Spitzenzeiten etwa 145 Tonnen Bio-Kürbisse pro Saison. Seit diesem Jahr beliefert der niederrheinische Bio-Bauer auch die Filialen von ALDI SÜD.

Die Kürbispflanze wächst schnell und hat einen großen Blattapparat

Mitte Mai wird auf den Feldern von Albert gesät, gehackt und gestriegelt. Um den Boden mit Nährstoffen zu versorgen, verteilt der Gärtnermeister Gärsubstrat aus der Biogasanlage des benachbarten Bio-Betriebs und Pferdemist. Für das Anpflanzen von Kürbissen ist eine Bodentemperatur von zwölf Grad optimal. Sind die Samen erst einmal im Boden, gehen die Pflegearbeiten bei Albert los. Diese sind bei Bio-Kürbissen aufwändiger. Das Unkraut muss am Anfang auf den Bio-Feldern von Hand gepflückt werden. Eine Besonderheit der Kürbispflanze: Sie übernimmt ab einem bestimmten Zeitpunkt die Ackerpflege selbst. „Je weiter die Kürbispflanze wächst, desto größer werden die Blätter. Sie beschatten das Unkraut und hindern es daran, sich zu entwickeln“, erklärt Albert.

Bis zu 130 Tage steht der Bio-Hokkaido insgesamt auf dem Feld

Den Erntezeitpunkt läutet die Kürbispflanze selbst ein. „Sobald die Kürbispflanze ihre Blätter und die bis zu eineinhalb Kilogramm schweren Kugeln auf dem Boden ablegt, hat die Pflanze aufgehört, den Kürbis mit Nährstoffen zu versorgen. Daran erkennt man, dass der Hokkaido fertig ist“, berichtet der erfahrene Gemüsebauer.

Liegt der Kürbis auf dem Boden auf, ist er ausgereift.
So wüst sieht übrigens das Feld aus, wenn der Kürbis für die Ernte bereit ist.

Darum ist der Kürbis eine schöne Pflanze für den ökologischen Landbau

Die Kürbispflanze liefert uns neben der Frucht auch das Blattgrün. „Ist der Kürbis ausgereift, werden die Abbauprozesse an der Pflanze selbst in Gang gebracht. Und sie leistet wieder einen Hummusbeitrag auf der Fläche“, sagt Albert.

Sind die orangenen Kugeln gut auf dem Feld zu erkennen, kann das Gemüse von den Ranken abgeschnitten werden. „Die Stiele werden bei der Ernte sehr kurz abgeschnitten, da sie feucht sind und schnell schimmeln“, sagt Albert. Danach bleibt der Kürbis noch zwei bis drei Tage auf dem Feld zurück, damit sich der Stiel verschließt. Das passiert ganz natürlich durch Wind und Wärme. Das ist ein wichtiger Schritt, um den Kürbis haltbar zu machen. Ist der Stiel, oder auch „Korken“, getrocknet, werden die Kürbisse vom Feld in Kisten gesammelt.

Der Bio-Hokkaido wird auf dem Feld in einen LKW verladen und dann zur Wasch- und Sortieranlage gebracht.
Der Bio-Hokkaido wird auf dem Feld in einen LKW verladen und dann zur Wasch- und Sortieranlage gebracht.

Nach der Ernte werden die Kürbisse gebürstet, gewaschen und getrocknet. Die Anlage wiegt das Gemüse und sortiert es nach Gewicht. In Kisten verpackt gelangt der Hokkaido dann über die Logistikzentren von ALDI SÜD in die ALDI SÜD Filialen. ALDI SÜD Kunden können in diesem Jahr von Oktober bis voraussichtlich Anfang Dezember die frischen Kürbisse aus Straelen-Herongen kaufen. Neben Hokkaido führen wir im Sortiment auch andere Kürbissorten wie Muskat- oder Butternutkürbis.

Daran erkennt ihr einen guten Kürbis

Der Kürbis muss tieforange und sollte am Stiel gut verkorkt sein. Außerdem sollte er keine weichen Stellen haben und die Schale sollte gut verschlossen sein. Der Kürbis hat in der Regel eine helle Stelle an der Schale. Albert erklärt: „Sobald die Pflanze den Kürbis ablegt, liegt er auf dem Boden auf und kommt mit dem Boden in Kontakt. Das ist ganz natürlich und gehört bei jedem Kürbis dazu.“

Nützliche Tipps für Kürbis-Fans

Auch für die Aufbewahrung hat der Fachmann einen Ratschlag: „Am besten lagert man den Kürbis trocken bei etwa acht bis 15 Grad. Ideal ist der Keller. Der Kürbis hält bei guten Bedingungen einige Wochen. Auf keinen Fall sollte man ihn in den Kühlschrank legen. Nur angeschnittene Kürbisse fühlen sich im Kühlschrank wohl“, so Albert.

Natürlich kommen die eigenen Früchte auch bei der Familie Fuhs auf den Teller. „Am liebsten schneide ich ihn in ein Zentimeter dünne Scheiben, reibe das Blech mit Knoblauch und Olivenöl aus, bedecke die Kürbisscheiben mit Tomaten und garniere sie mit geriebenen Käse und Basilikum. Zum Schluss gebe ich noch einen Becher Sahne auf die Kürbisscheibe und dann geht das Ganze für 25 Minuten in den Ofen“, sagt Albert. Die Kerne könnt ihr gut rösten und ebenfalls essen, das trägt zum Zero-Waste-Prinzip bei und schmeckt gut!

Im Frühjahr 2020 werden auf seinem Kürbisfeld übrigens Erbsen angebaut. In vier Jahren ist das Feld dann wieder bereit für den Kürbisanbau.

Auf den Feldern von Bauer Albert wachsen im Frühjahr 2020 Erbsen heran.
Auf den Feldern von Bauer Albert wachsen im Frühjahr 2020 Erbsen heran.

Blogger Alex Göcke hat uns bei dem Lieferantenbesuch begleitet und spricht mit Gärtnermeister Albert Fuhs über die Besonderheiten im Kürbis-Anbau.

Anna Maria Lennertz
Anna Maria Lennertz
Bei ALDI SÜD bin ich mitverantwortlich für die interne Kommunikation. Wir bereiten Themen aus der Mitarbeiterperspektive auf − ich schreibe also Texte für all unsere internen Medien. Das sind meine Lieblingsprodukte: Fresh-Cut-Salate, Brezeln, Kürbiskerne und unsere Bio-Aktionsartikel. Seitdem ich bei ALDI SÜD arbeite, esse ich noch mehr Nussknacker-Schokolade.

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