Lesedauer 4 Minuten

Wir bei ALDI SÜD möchten, dass Baumwolle sozial und umweltfreundlich angebaut und verarbeitet wird. Daher nutzen wir für unsere Textilien ab 2025 nur noch nachhaltige Baumwolle. Schon heute besteht ein großer Teil unserer Kleidung, Bettwäsche und Handtücher aus zertifizierter Baumwolle. Viele unserer Produkte mit Bio-Baumwolle tragen den „Grünen Knopf“ – ein Siegel, das Euch beim Einkauf signalisiert: Hier handelt es sich um fair produzierte Kleidung. Doch was heißt eigentlich nachhaltig produziert? Wie wird Bio-Baumwolle angebaut? Und wie entsteht aus der Faser ein Produkt?

Wir haben bei Franziska Dormann nachgefragt. Sie ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz Repräsentantin für den „Global Organic Textile Standard“, kurz GOTS. In unseren Filialen findet ihr viele Textilien, die das GOTS-Siegel tragen. In Produkten mit dem GOTS-Zertifikat steckt, wie beim Bio-Siegel, Baumwolle aus ökologischem Anbau. Darüber hinaus achtet GOTS in der gesamten Produktionskette auf die Einhaltung von Umwelt- und Sozialkriterien.

Franziska, was macht Baumwolle weltweit so beliebt?

Baumwollfasern sind einer der wichtigsten Rohstoffe für Textilien aller Art. Die Nachfrage ist weltweit riesig: Jährlich werden etwa 25 Millionen Tonnen Baumwolle geerntet. Das macht ein Drittel der weltweiten Textilfaserproduktion aus. Dass Baumwolle so beliebt ist, ist kein Wunder: Ihre Eigenschaften sind optimal, um den globalen Markt zu erobern. Das Material absorbiert Feuchtigkeit, Salze, Säuren und Fette. Als Naturfaser ist Baumwolle zudem im Gegensatz zu synthetischen Fasern ein nachwachsender Rohstoff und biologisch abbaubar.

Baumwolle ist die auf der Welt mit Abstand am meisten verarbeitete Textilfaser.

Wie wird Baumwolle angebaut? Wo wächst sie?

Baumwolle wird auf Feldern als Strauch angepflanzt. Die Baumwollpflanze ist bekannt für ihre dicken und flauschigen Samenhaare. Sobald die Watte aus der Blütenkapsel hervorquillt, ist sie reif für die Ernte. Baumwolle wird per Hand oder mithilfe von Erntemaschinen geerntet. Die Pflanze ist sehr anspruchsvoll und benötigt frostfreies, warmes Wetter, Sonne und viel Wasser zum Wachsen. Daher reift Baumwolle nur unter idealen Bedingungen. Die weltweit größten Produzenten sind Indien, China, USA, Brasilien und die afrikanischen Länder südlich der Sahara. In vielen Entwicklungsländern ist der Baumwollanbau einer der wichtigsten Einnahmequellen. Rund 75 Prozent der Produzenten sind Kleinbauern, die oft nur auf wenigen Hektar Baumwolle anbauen.

Textilien mit dem GOTS-Zertifikat werden umweltfreundlich hergestellt. Was bedeutet das genau für den Anbau von Bio-Baumwolle? Wo liegen die Unterschiede zum konventionellem Anbau?

Im Vergleich zum konventionellem Anbau kommt beim Bioanbau nur natürliches Saatgut zum Einsatz. Gefährliche Pestizide und Gentechnik sind verboten. Die Bauern pflegen und düngen ihre Pflanzen nur mit ursprünglichen Methoden. Auf chemisch-synthetische Mittel greifen sie nicht zurück. Und das wiederum erhält die Fruchtbarkeit des Bodens, schützt die Gesundheit der Menschen im Anbau und spart Wasser – umgerechnet bis zu 90 Prozent weniger pro T-Shirt. Der Bio-Anbau verbraucht daher erheblich weniger Wasser als der konventionelle. Hier ist es üblich die Pflanzen regelrecht zu fluten.

Und wie geht es für die Baumwolle nach der Ernte weiter?

Zunächst reift die Baumwolle nach. Dafür muss sie trocken gelagert werden. Danach entfernen die Landwirte die Samenkörner und andere Pflanzenreste. Das übernimmt für sie eine Entkörnungsmaschine – auch Gin genannt. Die Fasern treten dann in gepressten Ballen ihren Weg in die Spinnereien an. Diese lockern sie zunächst auf, sodass später durch Drehen und Strecken ein dünner Faden entsteht. Das Endprodukt ist das Baumwoll-Garn. Dies wird dann an Webereien verschickt, die die Baumwolle zu Stoffen weiterverarbeiten.

Das Baumwoll-Garn verarbeiten Webereien zu Stoffen.

Werden bei der Weiterverarbeitung auch soziale und umweltfreundliche Kriterien berücksichtigt?

Definitiv. Für uns ist die gesamte Herstellung der Produkte wichtig. Das fängt beim Anbau der Baumwolle an und endet mit der Fertigstellung des Produkts. Dazu zählt beispielsweise auch, dass die Kleidung ohne gefährliche Chemikalien und andere kritische Zusätze hergestellt wird. Farben und Öle für Strick- und Webprozesse müssen grundlegende Auflagen erfüllen. Die strengen Kriterien gelten auch für die Accessoires an der Bio-Baumwollkleidung, etwa Knöpfe oder Applikationen. Sie dürfen kein schädliches PVC enthalten. Der GOTS definiert zudem soziale Kriterien, die die Arbeiter in den Produktionsstätten schützen. Wir achten auf sichere Arbeitsplätze, geregelte Arbeitszeiten, gerechte Behandlung und faire Bezahlung der Beschäftigten. Alle Betriebe der Lieferkette müssen zertifiziert sein. Daher überprüfen unabhängige Zertifizierer einmal im Jahr, ob alle Anforderungen erfüllt sind. Nur wenn das der Fall ist, dürfen die Endprodukte das GOTS-Siegel tragen.

Warum ist es so wichtig, dass ALDI den Anbau von nachhaltiger Baumwolle unterstützt?

ALDI Nord und ALDI SÜD sind einer der größten Textilhändler in Deutschland. Dass sich die Unternehmen jetzt ein so ambitioniertes Ziel im Baumwollbereich gesteckt haben, ist ein starkes Signal für soziale und ökologische Bedingungen in der gesamten Textilbranche.

Engagement für nachhaltig produzierte Textilien

Wir bei ALDI SÜD legen großen Wert darauf, dass unsere Textilien unter verantwortungsvollen Bedingungen hergestellt werden. In 2019 haben wir bereits mehr als 40 Prozent der Baumwolle aus nachhaltigen Quellen bezogen – den Anteil möchten wir auch in Zukunft weiter erhöhen Im Rahmen unserer Mitgliedschaft beim Bündnis für nachhaltige Textilien für nachhaltige Textilien stecken wir uns jährlich verbindliche Ziele. 

Carolin Kunsleben
Carolin Kunsleben
Ich bin Teil des Presseteams und versorge Journalisten mit Informationen aus der vielfältigen ALDI SÜD Welt. Dabei beschäftige ich mich vor allem mit den Nachhaltigkeits- Themen. Das sind meine Lieblingsprodukte: der Rote Bete-Meerrettich-Aufstrich, der Super Fruit-Saft und das Premium-Knusper-Müsli – natürlich ohne Rosinen. Seitdem ich bei ALDI SÜD arbeite, lass ich mir so richtig viel Zeit beim Einkaufen.

2 Kommentare

Avatar
Cool, dass ihr sowas macht! Aber heißt das im Umkehrschluss, dass bei euren Nicht-Bio-Textilien gefährliche Chemikalien und Pestizide zum Einsatz kommen und die Arbeiter nicht fair bezahlt werden?!
Antworten
    ALDI SUED
    Liebe Tine! Nein, das heißt es natürlich nicht. Bereits seit Jahren engagieren wir uns dafür, die sozialen, ökonomischen und ökologischen Bedingungen in der Textillieferkette zu verbessern und die Herstellung von Textilien aus nachhaltigen Materialien zu fördern. Seit 2015 sind wir Mitglied im Bündnis für nachhaltige Textilien. Dieses formuliert konkrete Ziele mit Blick auf Sozialstandards, Chemikalien- und Umweltmanagement. Unsere Anforderungen an unsere Lieferanten und Produkten basieren auf unseren ALDI SÜD CR Grundsätzen. Gleichzeitig führen wir sowohl interne als auch externe Audits durch, um sicherzustellen, dass unsere Standards auch eingehalten werden. Viele Grüße, dein ALDI SÜD Redaktions-Team
    Antworten

Hinterlassen Sie uns einen Kommentar