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Ackern schafft Wissen

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Nastaran Amirhaji

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Kindern und Jugendlichen fehlt häufig der Bezug zu Lebensmitteln und ihrer Herstellung. Dieser Problematik hat sich die Organisation Ackerdemia e.V. mit ihrem Bildungsprogramm „GemüseAckerdemie“ angenommen. Wir fördern das Projekt langfristig und unterstützen es bei seiner Verbreitung in Süd- und Westdeutschland. Was genau hinter der „GemüseAckerdemie“ steckt und worum es dabei geht, erklärt der Gründer Dr. Christoph Schmitz.

Herr Schmitz, was verbirgt sich hinter dieser einfallsreichen Wortschöpfung, die Lust auf „Grünes“ weckt?

Die GemüseAckerdemie ist ein ganzjähriges, praxisorientiertes Bildungsprogramm mit dem Ziel, die Wertschätzung für Lebensmittel bei Kindern und Jugendlichen zu steigern sowie ein gesundes Ernährungsverhalten zu verankern. Das Programm richtet sich an Schulen und Kindergärten sowie sämtliche Bildungseinrichtungen im Kinder- und Jugendbereich. Durch den Anbau von Gemüse erfahren die Kinder und Jugendliche landwirtschaftliches Basiswissen, entwickeln ein Verständnis für gesunde Ernährung und lernen, wie Naturzusammenhänge wirken. Die anschließende Vermarktung der Ernte ermöglicht erste Einblicke in marktwirtschaftliche Prozesse.

Reift so eine Idee während der Arbeit am Schreibtisch oder hatten Sie einen Gedankenblitz beim Spaziergang durch die Natur?

Die Idee zur GemüseAckerdemie stammt, wie so vieles bei uns, direkt vom Acker. Der Ausflug einer Schulklasse zum Thema Kartoffeln auf den Hof meiner Eltern brachte den Stein ins Rollen. Es war teilweise erschreckend, was die Kinder für Vorstellungen von Landwirtschaft hatten. Dass Kartoffeln im Boden wachsen, wissen vielleicht die Hälfte der Kinder, aber eine Kartoffelpflanze erkennen, das können nur noch die wenigsten.

Es ist ein Problem, wenn wir als Gesellschaft den Kontakt zur Natur verlieren. Wir können von unseren Kindern nicht erwarten, dass sie sich später nachhaltig verhalten, wenn sie in ihrer Kindheit nie Berührungspunkte mit der Natur hatten und ihre Bedeutung verstanden haben. Kinder bekommen so den Eindruck, dass die Natur und deren Produkte keine große Rolle für unser Überleben und Wohlbefinden spielen. Dementsprechend verhalten wir uns: Über 30 Prozent der Lebensmittel werden weggeworfen, bei Obst und Gemüse sind es noch viel mehr und immer mehr Kinder ernähren sich ungesund und haben Übergewicht und Diabetes.

Geprägt durch meine Erfahrungen und meine wissenschaftliche Arbeit am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung zu den Auswirkungen von Lebensmittelverschwendung und Fehlernährung entwickelte ich im Jahr 2012 die erste Idee des Bildungsprogramms GemüseAckerdemie. Seit dem Pilotjahr 2014 setzen wir die GemüseAckerdemie mittlerweile an über 100 Standorten in 11 Bundesländern sowie in Österreich und der Schweiz um.

Was waren bisher Ihre schönsten Erlebnisse bei der GemüseAckerdemie?

Das Größte ist natürlich, wenn man mit den Kindern gemeinsam auf dem Acker arbeitet und sie beobachtet, wie sie sich von der Natur begeistern lassen. Wenn sie einen kleinen Möhrensamen säen und anschließend über vier bis fünf Monate begleiten, bis sie die fertige Möhre aus dem Boden ziehen und reinbeißen. Die erste Reaktion ist meist: Kann ich das jetzt einfach so essen? Viele der Kinder glauben, dass unsere Lebensmittel erst noch bearbeitet werden müssen bevor sie gegessen werden können. Solche Erfahrungen kann man nicht anders vermitteln, als durch Erleben und Tun.

Zu Beginn begegnen Kinder dem Thema Schulgarten mit einer gewissen Skepsis. In der ersten Schule, an der wir die GemüseAckerdemie getestet haben, habe ich einen Jungen vor Beginn des Programms gefragt, was er erwartet. Er meinte nur: Ich bin Gamer, kein Bauer! Doch auch er ließ sich durch unser Programm im Laufe der Zeit begeistern, so weit sogar, dass er im nächsten Jahr freiwillig noch einmal teilgenommen hat. Diese Begeisterung aller Beteiligten und der sichtbare Lernerfolg sind für uns die schönste Bestätigung und Motivation.

Wo wollen Sie mit der GemüseAckerdemie hin? Was ist Ihre Zukunftsvision?

Unser Ziel ist es, möglichst allen interessierten Bildungseinrichtungen einen Lernort in der Natur zu ermöglichen und so eine Generation junger Konsumenten auszubilden, die sich durch ein grundlegendes Verständnis der Lebensmittelproduktion sowie ein reflektiertes und nachhaltiges Konsumverhalten auszeichnet.

Wenn Sie mehr über die GemüseAckedemie erfahren wollen oder sie unterstützen möchten – als Ehrenamtlicher, Spender oder teilnehmende Schule – finden Sie weitere Informationen unter www.gemüseackerdemie.de.

Nastaran Amirhaji
Nastaran Amirhaji
Bei ALDI SÜD arbeite ich als Pressesprecherin in der externen Kommunikation. Hier kümmere ich mich täglich um die verschiedenen Anliegen der Journalisten rund um ALDI SÜD. Als Content-Verantwortliche für den Unternehmensblog plane ich außerdem gemeinsam mit dem Blog-Team Themen, die für unsere Leser interessant sind. Das sind meine Lieblingsprodukte: Weltmeisterkäse Erzherzog Johann, Antipasti Creme Bärlauch. Seitdem ich bei ALDI SÜD arbeite, werde ich im Freundes- und Familienkreis nahezu bei jedem Treffen auf ALDI Themen angesprochen.

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Mein Vater führt sein ganzes Leben schon den Gemüsegarten und versorgt uns Sommer wie Winter mit Gemüse und Obst. Auch das Ernten und Verarbeiten und Haltbar machen gehört dazu.... Dieses Gemüse esse ich mit vollem Appetit.
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